Noch ein Mal müssen Nadelbäume weichen

In dieser Woche beginnt der letzte Eingriff in die Nadelwälder im Nationalpark Jasmund. Während der nächsten Monate werden die wenigen verbliebenen größeren Nadelholzbereiche aufgelichtet.


Foto: R. Markmann

Dies betrifft überwiegend Wälder am Sonnenberg, rund um den Werder und kleine Flächen westlich der L 303. Mit modernen, bodenschonenden Holzerntemaschinen und Motorsägen wird dafür gesorgt, dass Laubbäume in Lärchen-, Douglasien-, und Fichtenwäldern mehr Lebensraum und Licht erhalten. Diese Laubbäume bringen dann später die nächste Waldgeneration hervor. Ein kleiner Teil des geernteten Holzes wird im Frühjahr mit einem mobilen Sägegatter zu Brettern und Kanthölzern aufgesägt. Mit diesem Holz werden im Nationalpark Geländer, Treppen und Schilder ausgebessert. Die Wälder im UNESCO-Welterbegebiet bleiben vom Holzeinschlag unberührt. Im Zuge der Eingriffe werden im Dezember an der Stubbenkammerstraße auch Bäume gefällt, die die Verkehrssicherheit beinträchtigen. Dazu wird das Nationalparkamt gesondert informieren.

Nationalparkamt Vorpommern


Foto: G. Kuehnel

Hintergrund:

Der Nationalpark Jasmund wurde 1990 gegründet. Nationalparks sind große, möglichst wenig vom Menschen beeinflusste Wildnisgebiete. Nationalparks in Europa wurden in ihrer Geschichte oft durch menschliche Nutzungen überprägt. Dort, wo die Spuren der früheren menschlichen Nutzungen allzu deutlich sind, finden in den ersten 30 Jahren gezielte Maßnahmen statt, die den Weg zu mehr Wildnis ebnen. Diesen Zeitraum empfiehlt die internationale Naturschutzorganisation IUCN. Damit wird bewusst und für eine begrenzte Zeit aktiv in den Naturhaushalt des Nationalparks eingegriffen. Ziel ist es dabei, die vom menschlichen Wirken am stärksten beeinflussten Bereiche schrittweise zu den natürlich vorkommenden Lebensräumen zu entwickeln. Dies betrifft im Nationalpark Jasmund Moore und Wälder. Auf dem gesamten Jasmund würden von Natur aus Buchenwälder überwiegen. Deshalb sollten dort, wo früher nicht heimische Nadelwälder gepflanzt wurden, diese in den ersten 27 Jahren des Nationalparkbestehens aufgelichtet werden. Grundlage dafür, wo genau und wie viele Bäume weichen mussten, bildet die Planung der Forsteinrichtung und letztendlich der Nationalparkplan. Die in den Nationalparkwäldern geplanten Maßnahmen enden im Jahr 2017. Danach wird die Natur die Regie im Wald komplett übernehmen, ganz nach dem Motto, das die deutschen Nationalparks und die meisten weltweit eint: Natur Natur sein lassen. Davon ausgenommen sind alle Maßnahmen zur Verkehrssicherung an öffentlichen Straßen und die Vermeidung akuter Gefahren an Wanderwegen. Besonders in die Baumbestände links und rechts der L 303, der Stubbenkammerstraße und in der Umgebung von Bebauungen muss regelmäßig zu Gunsten der Sicherheit eingegriffen werden.

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