Amphibien und Reptilien

Meister der Anpassung:
- Wasserfrosch (Rana esculenta)

Wasserfrosch
Ein grüner Quaker in seinem Element.
(Foto: W. Rühle)

Leistungsstarker Quaker

Schon so manche Nachbarn hat er zu unerbittlichen Feinden gemacht. Zum Gegenstand von Gerichtsverhandlungen ist er geworden. Und das alles nur, weil er zuweilen aus dem Teich in Nachbars Garten nach dem anderen Geschlecht ruft, um sich endlich zu paaren.
Der Wasserfrosch hat zweifellos ein gut entwickeltes Quak-Organ, dessen Laute viele Menschen als romantisch, manche aber auch als störend empfinden. Wenn Sie es tagsüber aus Tümpeln oder Gräben im Nationalpark quaken hören, dann ist in aller Regel der Wasserfrosch der Urheber. Er ist “der” grüne Frosch, den jeder von uns schon seit frühesten Kindertagen kennt, wenn auch zuweilen nur aus Büchern. Spätestens hier im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft haben Sie nun die Möglichkeit, den grünen Quaker auch einmal live in freier Wildbahn zu erleben.

Lebenswandel

Ab März werden die Frösche nach der Überwinterung aktiv, beginnen mit ihrem Balzgeschäft aber erst Mitte April. Das kann sich bis Ende Juni hinziehen, vor allem wenn der Mai nicht die Wärmebedürfnisse der Frösche erfüllt. Einige sonnige Tage am Stück und eine Wassertemperatur um 20 Grad, zumindest in den Flachwasserzonen, müssen es schon sein, um in einem grünen Frosch die Fortpflanzungslaune voll erwachen zu lassen. Mit den großen Froschkonzerten ist es nach der Hauptlaichzeit vorbei, einzelne Quak-Laute kann man aber noch den ganzen Sommer über hören.

Der Wasserfrosch ist eine unserer häufigsten und anpassungsfähigsten Amphibienarten. Im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft kommt er an fast allen Süßgewässern vor. Selbst in Brackgewässern kann man ihn regelmäßig quaken hören, das ist für unsere Frösche einzigartig. Früher wurde er sogar als “Rana maritima”, der Meeresfrosch, beschrieben. In der Ostsee und den Bodden kommt er trotz allem nicht vor.

Kurz und bündig
  • Eigentlich handelt es sich beim Wasserfrosch gar nicht um eine Tierart, sondern um einen Bastard zweier anderer Froscharten. Der Clou, der den Wasserfrosch so häufig macht: der Bastard vereint die Anpassungsfähigkeit seiner beiden Eltern. In der Ostsee und den Bodden kann er sich trotz alledem nicht vermehren.
  • “Der essbare Frosch” lautet übersetzt der wissenschaftliche Name des Wasserfrosches. Härter hat es wohl nur die Suppenschildkröte getroffen, bei der auch gleich das Kochrezept noch mitgeliefert wird.
  • Wasserfrösche können weit über Land von einem Gewässer zum nächsten wandern. Halb so schlimm, dass aus der “Froschperspektive” Gewässer schlecht aus der Entfernung zu sehen sind: Wasserfrösche können diese offenbar riechen.
© 2018 Nationalparkamt Vorpommern - Impressum