Amphibien und Reptilien

Liebt trockene Dünen:
- Kreuzkröte (Bufo calamita)

Kreuzkröte
Dem Sand hervorragend angepasst und dennoch unverkennbar dank des über den ganzen Körper laufenden gelben Steifens: Die Kreuzkröte.
(Foto: J. Schmiedel)

Die Kröte im Sand

Man sollte meinen, Kröten brauchen Wasser und Feuchtigkeit. Doch die Kreuzkröte ist ein typischer Bewohner der staubtrockenen und im Sommer zudem reichlich heißen Dünen. Den Tag verbringt sie meist eingegraben im losen Sand. Mit Beginn der Dämmerung kommt sie hervor, um im Schutz der Dunkelheit auf ihren nächtlichen Raubzügen Insekten, Schnecken und andere Wirbellose zu erbeuten. Sie legt dabei weite Strecken zurück und ortet so gleichzeitig neue potentielle Lebensräume. Im Nationalpark besiedelt sie fast alle größeren Dünengebiete. Sie ist typische Bewohner der natürlichen Anlandungszonen, wo sich offener Sand zu neuem Land emporschichtet. Anderswo ist die Kreuzkröte bei weitem nicht so häufig wie im Nationalpark. Ihre natürlichen Lebensräume in den Flussauen sind fast alle dem Gewässerverbau und der Melioration zum Opfer gefallen. So bleiben ihr im Binnenland eigentlich nur die Sandgruben als “Ersatz-Dünen”.

Rasante Entwicklung

Obwohl die Kreuzkröte an ihren trockenen Lebensraum vorzüglich angepasst ist – zum Laichen braucht sie Gewässer. Denn nur im Wasser können sich die Kaulquappen entwickeln. Zum Glück bilden sich im Frühjahr in tiefen Dünentälchen einige Pfützen, die jedoch zum Sommer hin bald verschwinden. Für die jungen Kaulquappen ist also Eile geboten, wollen sie nicht dem Tode durch Austrocknung geweiht sein. Mit einer rasanten Entwicklung binnen sechs Wochen vom Ei bis zur Umwandlung der 2,5 cm langen Kaulquappe zur Kröte sind die Kreuzkröten wohl unsere Amphibien mit der kürzesten Kindheit. Natürlich haben die Kröten nach der Umwandlung noch nicht die volle Größe erreicht, sondern wachsen noch weiter, wie andere Amphibien auch. Die flachen Gewässer der Dünentälchen werden auch im Frühjahr bereits schnell von der Sonne erwärmt, so dass die rasche Entwicklung möglich ist.

Nicht sehen, sondern hören!

Kreuzkröten nutzen sogar salzige Brackwassertümpel zum Ablaichen, und die Larven können sich dort erfolgreich entwickeln. Wer wissen will, wo die Kröten laichen, sollte am besten seine Ohren benutzen. Über mehrere Kilometer kann man nachts den quakenden Chorgesang der Männchen hören. Die Weibchen müssen offenbar von weit her herangerufen werden.

Kurz und bündig
  • Kreuzkröten bewegen sich laufend fort, fast nie springend.
  • Eine weibliche Kreuzkröte kann bis zu 10.000 Eier auf einmal ablegen.
  • Kreuzkröten stehen in ganz Deutschland in den “Roten Listen” der im Bestand gefährdeten Arten. In Mecklenburg-Vorpommern gelten sie als “stark gefährdet”.
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