Amphibien und Reptilien

Heimlicher Bodenbewohner:
- Blindschleiche (Anguis fragilis)

Blindschleiche
Gut getarnt schlängelt sich die Blindschleiche durch Heiden und Wälder des Nationalparks.
(Foto: R. Hausmann)

Gut getarnt ist halb gewonnen

Mit verschiedenen Schattierungen von Brauntönen sind die Blindschleichen des Nationalparks gut getarnt, und sie leben verborgen, denn mehr haben sie ihren Feinden nicht entgegen zu setzen. Selbstverständlich sind sie für den Menschen vollkommen ungefährlich; sie beißen nicht einmal. Falls ein Feind doch einmal zugreift, bleibt immerhin ein besonderer Trumpf: Wird die Blindschleiche am Schwanz festgehalten, dann wird dieser einfach abgeworfen. Das ist zwar ein erheblicher Verlust, aber die um einen Schwanz kürzere Schleiche kann wenigstens weiter leben. Der Schwanz wächst alsbald wieder nach. Für die Blindschleiche ist das natürlich gleichwohl ein ziemlicher Energieaufwand. Sie sollten deshalb am Wegesrand sitzende Blindschleichen nicht einfangen. Ein unbedachter Griff, und Sie haben nur noch den Schwanz in den Händen.

Ein langsamer Jäger braucht langsame Beute

Nacktschnecken und Regenwürmer sind die bevorzugte Beute von Blindschleichen. Oft gehen sie in der Dämmerung auf Jagd. Alles was flink umherläuft oder -fliegt ist für die Blindschleiche als Beute ungeeignet, denn Schnelligkeit ist ihre Sache absolut nicht.
Die Blindschleiche finden Sie in Offenlandschaften und Wäldern fast im gesamten Nationalpark. Sie ist aufgrund ihrer weiten Verbreitung vielleicht die häufigste Reptilienart. Am ehesten werden Sie Exemplare entdecken, die sich an Wegen sonnen oder sich dort abends an den noch warmen Betonplatten wärmen. Oft werden sie dabei überfahren, selbst von Fahrradfahrern.

Kurz und bündig
  • Blindschleichen sind keine Schlangen, sondern gehören zu den Eidechsen. Die Beine sind jedoch so weit reduziert, dass sie äußerlich nicht mehr wahrnehmbar sind.
  • Im Sommer bringt das Weibchen 8 bis 12 lebende Junge zur Welt, die bereits 7 bis 9 cm lang sind. Eine erwachsene Blindschleiche erreicht über 40 cm Länge.
  • Nach der “Roten Liste” Mecklenburg-Vorpommerns gilt die Blindschleiche als “gefährdet”.
© 2018 Nationalparkamt Vorpommern - Impressum