Vögel

Wichtiger Vogellebensraum

Der Bereich der Vorpommerschen Boddenlandschaft ist schon lange als international bedeutsames Gebiet bekannt. Bereits zu Beginn des letzten Jahrhunderts wurden intensive Schutzanstrengungen für die Vögel des heutigen Nationalparks unternommen. Seit 1978 besteht für die “Boddengewässer Ostufer Zingst, Westküste Rügen – Hiddensee” der Status als Feuchtgebiet internationaler Bedeutung gemäß Ramsar-Konvention von 1971. Seit dem 14. Dezember 1992 ist der Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft als Europäisches Vogelschutzgebiet gemäß der EG-Vogelschutzrichtlinie gemeldet.

Rastende Wasservögel
Kanadagänse und Singschwäne rasten im Bodden.
(Foto: A. Kästner)

Die Boddengewässer der vorpommerschen Küste sind das wichtigste Überwinterungsgebiet für Wasservögel im gesamten Ostseeraum. Die Darß-Zingster-Boddenkette und die Westrügenschen Bodden sind ein Teil dieses zusammenhängenden Gebietes. Als Brutgebiet ist der Nationalpark kaum weniger bedeutsam: Unter den 163 Brutvogelarten des Nationalparks sind 70 Arten, die in der Roten Liste der gefährdeten Brutvögel Mecklenburg-Vorpommerns verzeichnet sind. 67 Brutvogelarten des Nationalparks sind in der Roten Liste Deutschlands in eine der Gefährdungskategorien eingeordnet.

Besonders bekannt ist der Nationalpark für seine Kranichscharen. Den Höhepunkt bildet alljährlich der Herbst: Von September bis November ziehen rund 60.000 Kraniche durch und bleiben über mehrere Wochen im Gebiet. Ihre Schlafplätze liegen in den flachen Boddengewässern und auf ungestörten Inseln. Die Kraniche haben sich inzwischen zu einem echten Besuchermagneten entwickelt, sie sind nicht nur Gegenstand des Naturschutzes, sondern auch wichtiger Wirtschaftsfaktor. Für die Tourismusbetriebe der Region bedeutet die Präsenz des Kranichs eine Saisonverlängerung um mehrere Wochen. Andererseits bringt der Besucherstrom an die Rastplätze und zu den Äsungsflächen oft eine Beunruhigung der Großvögel mit sich. Um auch künftigen Besuchergenerationen das “Erlebnis Kranich” zu erhalten, muss die Zahl der Besucher am Pramort während der Monate September und Oktober eingeschränkt werden.

Zur Beobachtung des Kranichflugs eignet sich besonders auch Technik der Fa. Leica.

Details zu den Vögeln im Nationalpark

Möwen und Seeschwalben: Koloniebrüter auf den Inseln.
Watvögel: Lange Beine, langer Schnabel.
Entenvögel: Schwimmvögel der Wasserflächen.
Andere Artengruppen: Singvögel, Greifvögel u.a..

Einige Arten des Nationalparks

Zwergseeschwalbe: Vom Strand vertrieben.
Höckerschwan: Weißer Riese.
Brandgans: Brut unter der Erde.
Lachmöwe: Braune Kappe.
Austernfischer: Ministorch.
Mittelsäger: Schwimmvogel mit Punker-Frisur.
Kranich: Großer Vogel auf langer Reise.
Seeadler: Minimalist beim Beute machen.

Für Experten

Liste der Vögel des Nationalparks: Die Arten und ihr Vorkommen. Die Listen erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
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