Vögel

Watvögel

Austernfischer
Ein Brutvogel auf vielen Inseln ist der Austernfischer.
(Foto: J. Schmiedel)

Für den Zug der Watvögel spielt der Raum der südlichen Ostseeküste eine besondere Rolle. Während der größte Teil der Altvögel nach der Brutzeit aus den arktischen Brutgebieten direkt zu den reichen Nahrungsgebieten der Nordseewatten fliegt, sind die erst wenige Monate alten Jungvögel darauf angewiesen, Zwischenraststationen zu finden. Sie sind noch schwächer und können bei den Non-Stop-Flügen der Altvögel nicht mithalten. Dies zeigt sich in dem hohen Jungvogelanteil in den Limikolenscharen der Ostseeküste: Etwa zwei Drittel (gegenüber nur ca. 5 % an der Nordsee) sind Jungvögel. Der Jungvogel-Rastbestand an der deutschen Ostseeküste kann 10 bis 20 % der Jungvögel des jeweiligen Schlüpfjahrganges betragen.
Der Limikolenzug beginnt schon im Juni mit den Altvögeln, die ihre Brut aufgeben mussten oder mit den Arten, die hier mausern, z.B. Säbelschnäbler. Die Monate mit den größten Anzahlen ziehender Watvögel sind August, September und Oktober. In dieser Zeit ziehen beispielsweise Alpenstrandläufer, Goldregenpfeifer und Kiebitz durch. Weiterhin kommen auf dem Zug Säbelschnäbler, Sandregenpfeifer, Goldregenpfeifer, Kiebitzregenpfeifer, Grünschenkel, Dunkler Wasserläufer sowie weitere Arten in international bedeutsamen Anzahlen vor. Der Frühjahrszug in die Brutgebiete findet von März bis Ende Mai statt. Er wird wesentlich rascher durchgeführt und ist daher unauffälliger und nicht mit so hohen Individuenzahlen im Nationalpark verbunden.
Entscheidend für brütende und ziehende Watvögel sind die Windwattbereiche als Nahrungsgebiete. Bedeutsam ist das Vorhandensein eines Mosaiks aus verschieden hoch gelegenen Windwattbereichen, so dass die Vögel bei den verschiedenen Wasserständen immer ein nutzbares Windwattareal finden können. Die drei größten Windwattflächen im Nationalpark haben verschiedene Höhen und bilden daher solch ein Mosaik: Bock 10 cm ü. NN, Gellen/Vierendehlgrund ca. NN und Bessin etwas unter NN.

Die Insel Kirr ist der wichtigste Watvogelbrutplatz im Nationalpark und im landesweiten Maßstab bedeutsam. Die Insel ist das größte zusammenhängende Salzweideareal im Nationalpark und befindet sich darüber hinaus in einem hydrologisch nur wenig vom Menschen veränderten Zustand. Hier sind besonders die hohen Brutpaarzahlen von Uferschnepfe und Rotschenkel bemerkenswert, außerdem die kleineren Vorkommen von Alpenstrandläufer und Kampfläufer. Auch andere Inseln weisen hohe Watvogel-Brutbestände auf.

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