Vögel

Entenvögel

Stockentenpaar
Die Stockente ist eine der ganzjährig häufigen Entenartren des Nationalparks.
(Foto: J. Schmiedel)

Von den Entenvögeln sind Schnatterente, Löffelente, Krickente, Tafelente, Reiherente, Knäkente, Kolbenente und Stockente sowie Graugans, Brandgans, Mittel- und Gänsesäger Brutvögel im Nationalpark. Besonders bedeutsam sind aufgrund der Löffelenten- und Mittelsägerbrutbestände die Boddengewässer Westrügens, die Barther Oie und der Kirr. Die Entenvögel bevorzugen im allgemeinen – im Gegensatz zu vielen Watvögeln – als Brutplatz Bereiche mit höherer Vegetation.

Aufgrund ihrer geringen Tiefe sind die Boddengewässer in ihrer gesamten Fläche von den meisten Wasservogelarten nutzbar. Rast- und Nahrungsgebiete können im Tageslauf unterschiedlich sein. So halten sich die Berg- und Reiherenten am Tage in den ruhigen, windgeschützten Buchten auf, während sie in der Nacht die tieferen, molluskenreicheren Nahrungsgründe aufsuchen.

Ab Ende Juni sammeln sich bis zu 20.000 mausernde Graugänse auf den Windwatten und Wasserflächen des Nationalparks. Weil sie kurzfristig ihre Flugfähigkeit verlieren, sind sie besonders empfindlich gegen Störungen. Mausernde Enten verschiedener Arten halten sich ab Juli auf allen Gewässern auf. Ab Ende August werden die westrügenschen Gewässer von 7.000 bis 10.000 Individuen der Kanadagans bevölkert.
Ende September beginnt in der Regel der Einflug der Bläss- und Saatgänse, während die Graugänse nach Südwesten abzuwandern beginnen. Die Ansammlungen dieser drei Arten werden begleitet von größeren Nonnenganszahlen und kleineren Ringelgansgruppen.
Das Maximum der Saat- und Blässganszahlen wird meist Ende Oktober erreicht. Es sind dann mehrere 10.000 Blässgänse im Nationalpark. Die Saatgans kommt in geringeren Anzahlen vor. Insgesamt liegt die Zahl der im Nationalpark rastenden Saat- und Blässgänse im Oktober regelmäßig bei über 100.000 Exemplaren. Von den Gänsen werden die Wasserflächen der Bodden als Übernachtungsplätze genutzt.

Gänsen und anderen pflanzenfressenden Wasservögeln wie Schwänen und Pfeifenten dienen die Salzgrasländer während des ganzen Jahres als Nahrungs- und Ruhegebiete.
Die molluskenreichen Nahrungsgründe der Ostsee sind für einige Meeresentenarten unersetzlich. Die Art des Sediments und die Größe der dort hauptsächlich vorkommenden Muscheln sind besonders für die Eisente geeignet, die hier alljährlich mit über 50.000 Individuen rastet. Bevorzugt werden dabei die Flachgründe wie Prerowbank und die Hiddensee westlich vorgelagerte Sandbank. Andere Meeresenten, wie die Eiderente, kommen ebenfalls vor, sind aber seltener.
Im Winter ist das Artenspektrum der Entenvögel im Nationalpark reduziert und von der Härte des Winters abhängig. Ein Zufrieren der Bodden zwingt die Schwimmvögel zuerst auf die später zufrierende Ostsee und bei weiterer Zunahme der Vereisung zum Ausweichen in mildere Winterquartiere, z.B. die Nordsee.

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