Säugetiere

Gärtner des Waldes:
- Wildschwein (Sus scrofa)

Wildschwein
Wildschwein an der Wühlstelle.
(Foto: J. Purps)

Häufiges Wildtier

Wildschweine können Sie überall im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft antreffen. Besonders gerne halten sie sich in den Röhrichtbeständen der Boddengewässer auf, wo sie häufig den Tag verbringen. Erst abends kommen sie dann hervor, um auch in den übrigen Offenländern auf Nahrungssuche zu gehen. Selbstverständlich gibt es Wildschweine auch in den Wäldern. Und selbst die Boddengewässer sind keineswegs wildschweinfrei: Die Tiere sind gute Schwimmer und besiedeln so mühelos auch die Inseln des Nationalparks.

Inseln der Ruhe

Die ungestörten Inseln sind ideale Vermehrungshabitate. Hier bauen die Weibchen ihre Wurfkessel, wo sie die Jungen zur Welt bringen. Die Bache gräbt eine Vertiefung im Boden, welche dann mit trockenem Gras ausgepolstert wird. Danach wird eine Bedachung aus Gras und Ästen geschaffen. Der Bau einer solchen Kinderstube kann sich über mehrere Tage hinziehen. Nach der Geburt bleiben die Bache und die vier bis aucht Frischlinge einige Wochen im Wurfkessel. Die Bache verteidigt ihre Jungen in den ersten Tagen gegen jedes größere Lebewesen. Daher ist auch für Menschen Vorsicht bei führenden Bachen geboten.

Lebensräume von “Wildschweinhand”

Wildschweine sind Allesfresser und nehmen eigentlich jede erreichbare energiereiche tierische und pflanzliche Nahrung zu sich. Bei der Nahrungssuche wühlen die Wildschweine oft quadratmeterweise den Boden um und schaffen so offene Bodenstellen, die Pflanzen als Keimbett dienen. Solche Wühlstellen sind zum Beispiel wichtig für die Waldverjüngung. An den Boddenufern sind sie der Wuchsort für eine ganze Reihe kleinwüchsiger Pflanzenarten. Eine davon, der kaum fünf Zentimeter große Zwerg-Lein, wurde in Mecklenburg-Vorpommern sogar schon für ausgestorben gehalten, aber an Wildschwein-Wühlstellen im Nationalpark kommt er regelmäßig vor.

Kurz und bündig
  • Ein ausgewachsenes Wildschwein kann eine Länge bis 1,80 m, eine Schulterhöhe bis 1,15 m und ein Gewicht bis 350 kg erreichen.
  • Besonderes Merkmal der erwachsenen Keiler sind die bis zu 30 cm langen, zeitlebens wachsenden und nach außen sichtbaren Eckzähne, auch “Hauer” genannt.
  • Vor 100 Jahren war das Wildschwein durch übermäßige Bejagung in weiten Teilen Norddeutschlands verschwunden. Seit etwa 1940 hat es sich wieder ausgebreitet und ist heute auch außerhalb des Nationalparks ein häufiges Wildtier.
  • Auch im Nationalpark wird das Wildschwein bejagt.
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