Landschaftsnutzung im Nationalpark

Landwirtschaft

Renaturierung durch Extensivierung

Auf einigen Flächen im Nationalpark wurde die landwirtschaftliche Nutzung beendet, um der Naturentwicklung ihren freien Lauf zu lassen. Der überwiegende Teil der Landwirtschaftsfläche wird aber nach wie vor genutzt. Hier wird heute durchweg eine extensive Grünlandnutzung (u. a. in Form von Weidewirtschaft) betrieben. Eine Ackernutzung findet im NP nur im Bereich Westrügen statt.

Für die landwirtschaftlich genutzten Flächen des Nationalparks besteht das Ziel, die durch die menschliche Tätigkeit bedingten Störungen in Naturabläufen zu korrigieren und unterbrochene Stoffkreisläufe wiederzubeleben: Durch Renaturierung des Wasserhaushaltes und Entwicklung naturverträglicher Wirtschaftsweisen sollen die für diese Kulturlandschaften charakteristischen Lebensräume mit ihrer Artenvielfalt und ihrem Landschaftsbild gesichert bzw. wieder entwickelt werden.

Kühe auf der Insel Kirr
Die landwirtschaftliche Beweidung erhält niedrigwüchsige Salzgraslandflächen als Brutgebiet für Watvogelarten, wie hier auf der Insel Kirr.
(Foto: H. Sporns)

Pflege für die Landschaft

In einigen Gebieten des Nationalparks, insbesondere einigen Inseln, erfüllt die Landwirtschaft einen Pflegeauftrag zur Erhaltung alter Kulturlandschaften. Es handelt sich um Salzgrasländer (z.B. Kirr, Barther Oie) oder kulturbedingte Magerrasen (z.B. Dornbuschhochland), die in ihrer u.a. durch menschliche Landschaftsnutzungen geprägten Struktur bewahrt werden sollen. Diese Flächen stellen im Nationalpark – der ja eigentlich Naturlandschaften schützen soll – jedoch Ausnahmen dar.

Die Erhaltung vom Menschen geschaffener Lebensräume kostet im Gegensatz zur Bewahrung natürlicher Prozesse meist Geld. Das Land Mecklenburg-Vorpommern und die Europäische Union unterstützen die naturschutzgerechte Nutzung von Grünlandflächen mit einem Förderprogramm, wobei vorrangig Flächen in Schutzgebieten gefördert werden. Salzgrasland ist hierbei in die höchste Priorität eingestuft worden.

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