Beobachtungstipps

Was möchten Sie sehen?


Am Vierendehlgrund halten sich fast immer Seeadler auf.
(Foto: A. Kästner)

- Kraniche

Gute Orte zur Beobachtung des abendlichen Einflugs der Kraniche sind die beiden Beobachtungsplattformen auf dem Boddendeich südlich von Zingst, die Plattform bei Bisdorf an der südlichen Boddenküste und die Beobachtungsplattform Tankow auf der Insel Ummanz. Sie sollten abends den Beobachtungsort schon vor dem Kranicheinflug aufsuchen und erst nachdem alle Kraniche an ihren Schlafplätzen eingetroffen sind wieder verlassen. Vor allem an der südlichen Boddenküste können sonst Kraniche, die vor dem Schlafengehen noch schnell einen letzten Happen zu sich nehmen wollen, erheblich gestört werden. Bringen Sie also nicht nur Ihr Fernglas, sondern auch ausreichend Zeit mit!
Kranichbeobachtung ist nicht nur Sehen und Hören, sondern auch Horchen. Leises Verhalten ermöglicht allen Besuchern eine ungestörte Wahrnehmung der beeindruckenden Kranichrufe. Achten Sie besonders auf die leisen, singvogelähnlichen Zwitscherlaute der Jungvögel! Kraniche hören im übrigen sehr viel besser als Menschen und können durch Sprechen zur Flucht veranlasst werden.
Die meisten Kraniche sehen Sie zum Höhepunkt des Herbstzuges im Oktober. Aber größere Kranichtrupps sind auch im September und bei einem warmen, frostfreien Herbst bis weit in den November hinein anwesend.


Die Rosensträucher am Rundweg am Darßer Ort schmecken dem Hirsch ganz besonders.
(Foto: A.M.)

- Seeadler

Ihr Ziel sollte Barhöft an der südlichen Boddenküste sein. Vom Hafen aus haben Sie einen guten Blick über das ausgedehnte Windwatt südlich des Gellens (den sogenannten Vierendehlgrund). Dort halten sich meistens einige Adler auf. Bei hohem Wasserstand sitzen sie auf Seezeichen, ansonsten auf den trocken gefallenen Wattflächen.
Besonderer Tipp: Ein gutes Fernglas ist zur Beobachtung von Seeadlern wichtig, sonst sehen Sie diesen scheuen Vogel eventuell nur als schwarzen Punkt in der Entfernung.

- Wild

In einigen Bereichen des Nationalparks ruht die Jagd, und dort merken die Wildtiere langsam, dass ihnen von den Menschen keine Gefahr mehr droht. Das verbessert die Beobachtungsmöglichkeiten natürlich beträchtlich und ermöglicht Ihnen besondere Erlebnisse, die Sie in der annähernd flächendeckend bejagten Landschaft Deutschlands sonst nirgendwo haben können. Am besten stehen Ihre Chancen zur erfolgreichen Wildbeobachtung am Darßer Ort. Hier können Sie Rotwild, Rehe und Wildschweine inzwischen gut ohne Fernglas studieren, mit Glück in einer Entfernung von wenigen Metern. Aber bedenken Sie: Der Nationalpark ist kein Zoo! Versuchen Sie die Tiere nicht zu füttern, zu streicheln oder auch nur den Weg zu verlassen, um zu ihnen zu gelangen. Und denken Sie bitte auch daran, dass insbesondere Wildschweine durchaus gefährlich werden können, wenn man ihnen zu nah “auf die Pelle” rückt.
Besonderer Tipp: Manchmal halten sich die Tiere natürlich auch weitab vom Weg auf, also bringen Sie am besten ein Fernglas mit. So ausgerüstet können Sie von den Beobachtungsplattformen am Darßer Ort auf den weiten Offenlandflächen oft mehrere Arten Wild zugleich beobachten.


Im Darßwald.
(Foto: Ralf Hausmann)

- Ruhige Landschaften ohne Touristen

Die müssen Sie schon selbst finden.
Besonderer Tipp: Fahren Sie nicht mit dem Auto und meiden Sie die Umgebung von Parkplätzen und die Zielpunkte von Kutschfahrten – dann werden Sie schon fündig.

- Urige Wälder

Vielfältige alte Waldbereiche, die zum Teil schon lange als Naturwaldreservat geschützt sind finden Sie im Darßwald. Einen guten Eindruck von den Waldgesellschaften des Darßes bekommen Sie, wenn Sie von Prerow den Leuchtturmweg bis zum k-Gestell gehen, dort nach Süden abbiegen und auf dem Langseer Weg zurück nach Prerow wandern. Zu Ihrem Ausgangspunkt kommen Sie zurück, indem Sie kurz vor dem Ortseingang Prerow auf dem g-Gestell nach Norden abbiegen und bis zum Leuchtturmweg gehen. Dünenkiefernwälder, Erlenbrüche und alte Buchenwälder werden Sie auf dieser Route in großer Vielfalt bewundern können.
Falls Ihnen der Sinn nach einer längeren Tour steht, können Sie einen Abstecher auf den Leuchtturm am Darßer Ort machen und dort die Wälder von oben betrachten. Oder Sie sparen sich den Rückweg nach Prerow und folgen dem k-Gestell bis zum Großen Stern nach Süden (großartige Blicke in die Bruchwälder und die Riegen-Reffen-Strukturen des Darßes) und von dort weiter durch Eichen- und Buchenwälder nach Drei Eichen (ist ausgeschildert). Von dort bringt Sie der Linienbus zurück an Ihren Ausgangspunkt Prerow.
Besonderer Tipp: Denken Sie insbesondere im Frühsommer an einen Mückenschutz. Die feuchten Wälder bieten diesen Tieren ideale Lebensbedingungen.


Altes Darßer Haus im Dorf Born.
(Foto: Hartmut Sporns)

- Weite Ausblicke

Das Nonplusultra für Sie ist sicherlich der Dornbusch – 72 Meter hoch über dem Meer und steil dorthin abfallend. Sie sehen die westrügensche Boddenlandschaft und in der Ferne Stralsund, können bis zum Darßer Ort blicken und am Horizont die weißen Kreidefelsen der dänischen Insel Møn bewundern. Alles natürlich nur bei klarer Sicht, aber die haben wir im Sommerhalbjahr ziemlich häufig. Immerhin ist der Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft eine der sonnenreichsten Regionen Deutschlands. Besonders attraktive Ausblicke haben Sie vom “Inselblick” (liegt am Plattenweg von Kloster zum Klausner) und vom Aussichtspunkt westlich des Leuchtturms aus.
Besonderer Tipp: Einen Rundumblick genießen Sie, wenn Sie den Dornbusch-Leuchtturm besteigen (leider nur zeitweise geöffnet).

- Kultur

Die alten Kapitäns- und Fischerhäuser auf dem Darß und auf Hiddensee sind sehenswert und jedes ein Kunstwerk für sich. Zu den kulturellen Sehenswürdigkeiten der Region zählen auch die Dorfkirchen, die Backsteingotik der Städte sowie Schlösser und Herrenhäuser mit ihren Parkanlagen.
Besonderer Tipp: Im Darßmuseum Prerow, in den kleinen Heimatmuseen in Zingst, Gingst und Kloster erfahren Sie viel Wissenswertes über die ländliche Kultur der Region. Beachten Sie bitte auch die Bekanntmachungen zu Musik-, Theater- und Kunstveranstaltungen.

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