Küstenvogelbrutgebiete

Im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft kommen 34 Arten des Anhangs I der EU-Vogelschutzrichtlinie, also besonders zu schützende Arten, regelmäßig und in zum Teil beträchtlichen Anzahlen vor. Darüber hinaus übersteigen die Rastbestände von 28 Wasser- und Watvogelarten im Nationalpark regelmäßig das 1-%-Kriterium der afrikanisch-eurasischen Rastpopulation internationaler Bedeutung nach Ramsar-Konvention. Dazu zählen u. a. Kranich und Kormoran, Entenvögel wie z. B. Höcker- und Singschwan, Grau- und Weißwangengans, Schnatter- und Eisente oder Mittel- und Zwergsäger sowie Limikolen wie z. B. Zwergstrandläufer, Säbelschnäbler oder Gold- und Kiebitzregenpfeifer.

Schon vor Gründung des Nationalparks gab es im Gebiet der Vorpommerschen Boddenlandschaft zahlreiche als Naturschutzgebiet geschützte sogenannte Küstenvogelbrutgebiete. In der Regel handelte es sich um Inseln, in Einzelfällen auch um exponierte Halbinseln. Die Küstenvogelbrutgebiete und die Verantwortung zu ihrer Erhaltung wurden vom Nationalpark übernommen. Seit dem 14. Dezember 1992 ist dieser als Europäisches Vogelschutzgebiet gemäß der EU-Vogelschutzrichtlinie gemeldet.

Die Küstenvogelbrutgebiete des Nationalparks beherbergen zeitweise mehr als 50 % des Gesamtbestandes von Mecklenburg-Vorpommern. Die Brutbestände verteilen sich dabei im Wesentlichen auf die Inseln Barther Oie, Kirr und Heuwiese, die auch die größte Artenvielfalt erkennen lassen. Geringere Bestandszahlen weisen darüber hinaus die Insel Liebitz und der Neue Bessin von Hiddensee auf. Die Brutbestände der meisten Küstenvogelarten sind in den letzten Jahren stark rückläufig, so dass – im Gegensatz zu 20355 Brutpaaren 1990 – im Jahr 2010 nur noch 6008 Brutpaare verzeichnet werden konnten. Für Küstenvögel sind demnach störungsarme, raubsäugerfreie Inseln von grundlegender Bedeutung, da Gebiete mit direkter Festlandanbindung ihre Bedeutung auf Grund des hohen Prädatorenbestandes in den letzten 15 bis 20 Jahren weitgehend verloren haben.


Gesamtbestände in den Küstenvogelbrutgebieten im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft

Die Küstenvogelbrutgebiete werden durch Vogelwärter betreut, die neben der Erfassung der Individuenzahlen auch darauf achten, dass die Vögel beim Brutgeschäft nicht gestört werden, denn dies würde die Bruten akut gefährden. Das Betreten der Gebiete und das dortige Anlegen mit Booten ist deshalb ohne sachkundige Führung nicht gestattet. Wir danken für Ihr Verständnis!

Übersichtskarte der Küstenvogelbrutgebiete:


Kirr Oie Heuwiese Liebitz Bessin

Wenn Sie mehr über die Brutgebiete erfahren möchten, dann klicken Sie diese bitte in der Karte an, oder wählen Sie aus der folgenden Liste:

Die Küstenvogelbrutgebiete im Nationalpark:

Insel Kirr
Insel Barther Oie
Insel Liebitz
Insel Heuwiese
Neuer Bessin
Weitere Küstenvogelbrutgebiete
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