Küstenvogelbrutgebiete

Insel Barther Oie

Möweninsel im Barther Bodden

Die heute unbewohnte, rund 68 ha große Insel im Barther Bodden wird durch viele Wasserflächen geprägt, die durch ein natürliches Grabensystem an die Bodden angeschlossen sind. Etwa die Hälfte der Barther Oie nehmen regelmäßig überflutete Salzweiden ein, die sich auf mächtigen Salztorfen entwickelt haben. Ebenso wie die Insel Kirr stellt die Oie ein Küstenüberflutungsmoor dar, dessen Torflagen durch das Zusammenspiel von Überflutungen und dem Tritt von Weidetiere entstehen konnten. Das Zentrum der Insel bildet ein höher gelegener alter Moränenkern, der von Hochwässern nur selten erreicht wird. Die Salzgrasvegetation geht in den höher gelegenen Bereichen in Feuchtwiesen über.


Ausgedehnte Graslandflächen, durchsetzt mit Salztümpeln, prägen die Barther Oie (Fotos: links Th. Grundner, rechts I. Stodian).

Die Barther Oie wurde kontinuierlich verpachtet und meist als Viehweide genutzt. Die letzte Weidewirtschaft hielt sich bis in die 1950er Jahre, auch heute noch wird die Oie zum Erhalt der Salzgrasländer als Weide genutzt. Die Kühe werden dabei vom Osten der Bresewitzer Halbinsel auf die Insel übergesetzt. Die Oie wurde 1972 zum Naturschutzgebiet erklärt und ist seit 1990 Schutzzone II des Nationalparks. Aus Naturschutzgründen ist sie für die Öffentlichkeit nicht zugänglich.

Derzeit brüten auf der Oie 21 verschiedene Seevogelarten. Dabei prägen große Brutbestände von Watvögeln die Insel. So konnten 2010 allein 53 Paare des Austernfischers (Haematopus ostralegus) und 40 des Kiebitzes (Vanellus vanellus) festgestellt werden ( s. a. Austernfischer). Auch Stock-, Schnatter-, Löffel- und Reiherente (Anas platyrhynchos, – strepera, -clypeata, Aythya fuligula) kommen mit größeren Brutpaarzahlen vor.


Lachmöwen (Larus ridibundus) und Flussseeschwalben (Sterna hirundo) sind in großer Zahl auf der Barther Oie vertreten (Fotos: links J. Reich, rechts S. Kreutzer).

Die Besonderheit der Insel sind die unzähligen Möwen, die das Eiland bevölkern. So weist die Oie eine große Lachmöwenkolonie auf, die meist 2000 bis 3000 Brutpaare umfasst (2010: Bestandsverlust durch Hochwasser) (s. a. Lachmöwe). Eine Kolonie von 900 Silbermöwen sowie kleine Bestände von Sturm-, Herings- und Mantelmöwe (Larus canus, – fuscus, – marinus) befinden sich außerdem auf der Insel. Bemerkenswert sind außerdem die 70 Brutpaare der Flussseeschwalbe (Sterna hirundo), die zur Brutzeit am Barther Bodden gut bei der Nahrungssuche beobachtet werden können.

Entwicklung der Anzahl von Brutpaaren


Entwicklung des Gesamtbrutbestandes (36 Arten) auf der Insel Barther Oie von 1990 bis 2010.

Brutbestand der Silbermöwe (Larus argentatus) und der Lachmöwe (Larus ridibundus) auf der Barther Oie von 1990 bis 2010.

Brutbestand von Austernfischer (Haematopus ostralegus), Kiebitz (Vanellus vanellus) und Rotschenkel (Tringa totanus) auf der Barther Oie von 1990 bis 2010.

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