Flora und Vegetation

Vorratshaltung auf moosisch:
- Wassersackmoos (Frullania dilatata)


Das Wassersackmoos wächst meist dicht angedrückt an alten Baumstämmen.
(Foto: J. Purps)

Moos im Tarnanzug

Manchmal ist das ganz Unscheinbare etwas ganz Besonderes. Das gilt mit Sicherheit für das Wassersackmoos, eine winzige, an alten Baumstämmen wachsende Pflanze. Ein grünlich-beigefarbenes Moos auf grünlich-beigefarbenen Buchenstämmen. Das Wassersackmoos wächst meist dicht angedrückt an den Stamm. Gleich zwei Arten gibt es im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft, beide hochbedroht und selten. Im Nationalpark haben Mooskundler sie staunend als “in ungewöhnlicher Häufigkeit” beschrieben.

Liebhaber sauberer Luft

Wassersackmoose sind sehr empfindlich gegen Luftverschmutzung, und deshalb wissen sie die saubere Luft in der Nationalparkregion, weitab von allen Industriezentren, zu schätzen. Seit der rasanten Zunahme des Autoverkehrs ist es mit der sauberen Luft leider auch hier nicht mehr so weit her; einige Schadstoffe haben deutlich zugenommen. Wie sich das auf die Vorkommen des Wassersackmooses auswirken wird, bleibt abzuwarten. Früher war das Wassersackmoos eines der häufigsten Moose Mitteleuropas.

Überlebensstrategie

Ihren Namen haben die Wassersackmoose von kleinen “Wassersäcken”, Hohlräumen in umgebildeten Blättern, die bei feuchter Witterung mit Wasser gefüllt werden. Während der nächsten Trockenheit hat das Moos dann zumindest einen kleinen Wasservorrat. Wenn dieser aufgebraucht ist, trocknet das Moos völlig aus, erwacht mit dem nächsten Regen aber schnell wieder zum Leben.

Kurz und bündig
  • In den Wassersäcken der Moose leben winzige Rädertierchen. Ihre Exkremente düngen die Pflanze und ermöglichen ihr daher auch an sehr nährstoffarmen Standorten das Überleben.
  • Weltweit umfasst die Gattung der Wassersackmoose etwa 1.000 Arten.
  • Es gibt männliche und weibliche Wassersackmoose – nicht selbstverständlich im Pflanzenreich, wo Zwitter die Regel sind.
  • Im Mittelmeerraum, wo Wassersackmoose noch häufiger sind, wachsen sie z.B. an Olivenbäumen, wo sie zuweilen bei der Ernte der Früchte eine Hautallergie auslösen können.
  • Laut “Roter Liste” der gefährdeten Arten gelten die Wassersackmoose in Mecklenburg-Vorpommern als “stark gefährdet” bzw. “vom Aussterben bedroht”.
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