Flora und Vegetation

Besonderheiten der Vegetation

Salz-Hornklee
In den salzbeeinflussten Überflutungsbereichen ist der Salz-Hornklee häufig.
(Foto: J. Schmiedel)

Zwei Besonderheiten kennzeichnen die Vegetationsverhältnisse des Nationalparks Vorpommersche Boddenlandschaft:

1. Weite Bereiche mit salzhaltigem Grundwasser

Dies verhindert weitgehend den Aufwuchs von Bäumen und Sträuchern. Es bilden sich daher natürliche, meist von Süßgräsern dominierte Kräutergesellschaften aus. Obwohl der Einflussbereich salzhaltigen Wassers durch die Errichtung von Deichen stark eingeengt worden ist, gibt es immer noch ausgedehnte Flächen des sogenannten Salzgraslandes und der Brackwasserröhrichte. Das Salzgrasland wird meist beweidet, es existieren aber auch Flächen ohne aktuelle Nutzung.

2. Das Vorkommen von Pflanzengesellschaften auf Naturstandorten, die in weiten Teilen Mitteleuropas als Kulturgesellschaften gelten.

Pflanzengesellschaften, die in weiten Teilen Mitteleuropas unter natürlichen Bedingungen kaum vorkommen und sich nur dank menschlicher Einflussnahme stärker ausbreiten konnten, sind im Nationalpark großflächig auf natürlichen Standorten vertreten. Hierzu gehören verschiedene Graslandtypen (z.B. die Magerrasen auf Dünen oder an Abbruchufern), aber auch vielfältige Ruderalgesellschaften (in Spülsäumen und ebenfalls an Abbruchufern). Diese Gesellschaften treten im Rahmen von Sukzessionsreihen auf, die auf dem im Nationalpark stetig stattfindenden Landabtrag und Landwachstum beruhen. An den Abbruchkanten des Nationalparks werden ständig Pionierstandorte neu geschaffen. Die Sukzession von Pioniergesellschaften hin zu Gebüschen und Wäldern wird hier immer wieder jäh durch Uferabbrüche gestoppt und beginnt dann aufs neue. So entsteht ein vielfältiges Mosaik unterschiedlicher Standorte mit verschieden weit entwickelten Pflanzenbeständen. Im Bereich von Landneubildungen findet auf den jungen, überwiegend nährstoffarmen Standorten fortdauernd eine Anreicherung von Nährstoffen statt, so dass der Pflanzenwuchs im allgemeinen zunehmend üppiger wird. Daneben erfolgt zunächst meist noch eine weitere Aufhöhung des Geländes, sei es durch weitere Sandnachlieferung in Strandwallbereichen oder Torfbildung auf Salzgrasländern und in Geländesenken.

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