Flora und Vegetation

Vermehrt sich mit Knöllchen:
- Körner-Steinbrech (Saxifraga granulata)

Körner-Steinbrech
Die lang gestielten Blüten des Körner-Steinbrechs werden vor allem von kleinen Fliegenarten bestäubt.
(Foto: J. Schmiedel)

Fliegen als Bestäuber

Steinbrech kennt man aus Felswänden der Gebirge. Doch auffällige weiße Blüten verraten im Juni, dass ein Gattungsgenosse dieser Steilwandbewohner am Steilufer auf dem Dornbusch üppig gedeiht. Der Körner-Steinbrech ist hier eine durchaus häufige Pflanze. Er kommt auch auf den ausgedehnten Magerrasen des Dornbuschs und des Bessins vor. Im Juni können Sie seine großen weißen Blüten verbreitet an Wegrändern in diesen Gebieten entdecken. Bestäubt werden die Blüten durch kleine Fliegen. Wenn Sie genau hinsehen, können Sie diese Tiere zumindest in einigen Blüten sitzen sehen. Am Grunde der Blätter des Körner-Steinbrechs befinden sich kleine, kugelige Verdickungen. Wenn ein solches Knöllchen abbricht, zum Beispiel durch eine blitzartig vorbei huschende Maus, dann schlägt es Wurzeln und ein neuer Körner-Steinbrech entsteht.

Kulturlandschafts-Flüchtling

Der Körner-Steinbrech ist in starkem Rückgang begriffen. In weiten Landstrichen Norddeutschlands ist er bereits verschwunden. Sein Lebensraum, nährstoffarme Wiesen, passt nicht mehr in die heutige Landwirtschaft. Erstens gibt es heute kaum noch echte Mähwiesen und zweitens wird fast jede landwirtschaftliche Wirtschaftsfläche regelmäßig gedüngt. Auf Hiddensee ist der Körner-Steinbrech noch häufig, und ein Rückgang ist nicht erkennbar. Er ist hier nicht, wie anderswo, von der menschlichen Bewirtschaftung der Landschaft abhängig, denn auf Hiddensee gibt es natürliche Wiesen an der Abbruchküste am Dornbusch und in einigen Anlandungsgebieten.
Er ist ein Beispiel dafür, dass es oft schwer ist, Arten in der Kulturlandschaft zu erhalten. Am besten kann man Pflanzen und Tiere immer noch in ihren natürlichen Lebensräumen schützen – wie auf dem Dornbusch-Steilufer, wo die Art wohl auch in Jahrtausenden noch vorkommen wird.

Kurz und bündig
  • Der Körner-Steinbrech gilt nach der “Roten Liste” des Landes Mecklenburg-Vorpommern als gefährdete Art. Nach Naturschutzrecht ist er besonders geschützt.
  • Wie bei vielen Zwiebelpflanzen vertrocknen beim Körner-Steinbrech bald nach der Blüte die Blätter; die Pflanze lebt dann bis zum nächsten Frühjahr im wesentlichen als Wurzelstock weiter und vermeidet so den trockenen Sommer.
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