Wirbellose Tiere

Kopenhagener Herzmuschel
Die Kopenhagener Herzmuschel (Cerastobyssum hauniense) aus der Ostsee.
(Foto: Dr. F. Gosselck)

Das Leben unter Wasser …

Die Wirbellosen in Bodden und Ostsee verteilen sich auf zwei grundsätzliche Lebensräume. Zum einen gibt es die Besiedler des freien Wasserkörpers. Hierzu gehört das frei schwimmende und oft weit verdriftete Plankton. Es ist der große “Bio-Filter” von Ostsee und Bodden, denn die kleinen Organismen ernähren sich von Algen, und indem sie diese ausfiltern halten sie das Wasser klar. Nur wenige größere Wirbellose kommen im freien Wasserkörper vor, z.B. Quallen. Je nach Jahreszeit, Meeresströmung und Wassertemperatur unterliegen die Häufigkeiten der meisten Arten in diesem Lebensraum starken Schwankungen.

Als zweite Gruppe gibt es die Tiere, die im und am Boden leben, das sogenannte Benthos. Hierzu werden auch jene Arten gezählt, die an den am Gewässergrund wachsenden Pflanzen siedeln. Viele Tiere des Benthos sind sehr bedeutsam in den Nahrungsketten. Die in großer Zahl in den Flachwasserbereichen siedelnden Borstenwürmer sind für einige Vogelarten die wichtigste Nahrung im Gebiet. Die einzelnen Borstenwurmarten sind unterschiedlich groß, und die verschiedenen Vogelarten fressen hiervon jeweils ihre “schnabelgerechte” Größe. Zuweilen leben die Vögel fast ausschließlich von einer einzigen Borstenwurmart. Andere Vögel fressen demgegenüber fast nur Muscheln. Die häufigen Muschelarten im Nationalpark sind Sandklaffmuschel, Herzmuschel und Miesmuschel. Die ersten beiden Arten leben eingegraben im Sand, um sich vor Fressfeinden zu schützen. Miesmuscheln siedeln hingegen in großen Klumpen oder Matten, die auf dem Bodengrund aufliegen. Hier bietet die schiere Größe der Klumpen einen gewissen Schutz. Außerdem leben die Miesmuscheln oft in einer Wassertiefe, die nur noch wenige Vogelarten tauchend erreichen können.

Mauerfuchs
Die schüttere Krautvegetation der Steilufer: Optimaler Lebensraum für den Mauerfuchs.
(Foto: J. Schmiedel)

… und über Wasser

Die große Vielfalt unterschiedlicher Lebensräume im Nationalpark führt zu einer sehr großen Artenvielfalt unter den landbewohnenden Wirbellosen. Besonders viele seltene und gefährdete Vertreter sind im Nationalpark aus den Gruppen der Schmetterlinge, Bienen, Weg- und Grabwespen, Schwebfliegen und Laufkäfer bekannt. Alle diese Gruppen weisen auch charakteristische Küstenarten auf, die Überflutungsmoore, Küstendünen, Strandwälle oder Brackwasserröhrichte besiedeln. Im Binnenland kommen diese Arten überhaupt nicht oder nur in Ausnahmefällen vor. Fast alle dieser Arten sind gefährdet, denn ihre Lebensräume sind durch Eindeichungen und landwirtschaftliche Meliorationen stark dezimiert worden.

Die große Zahl an sommerlichen Sonnenstunden macht den Nationalpark nicht nur für Touristen, sondern auch für viele wärmeliebende Insektenarten zu einem geeigneten Lebensraum. Diese Arten besiedeln vor allem die sich stark aufheizenden Sandflächen, Dünen und schütter bewachsenen Magerrasen.

Einige Arten aus dem Nationalpark

Sandklaffmuschel: Sie ist “nicht ganz dicht”.
Wattwurm: Gern verspeist und gut verborgen.
Ölkäfer: Dicker Brocken mit wildem Jugendleben.
Zebraspinne: Gestreifte Kannibalin.
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