Wirbellose Tiere

Sie ist "nicht ganz dicht":
- Sandklaffmuschel (Mya arenaria)

Sandklaffmuschel
Häufiges Strandgut: Sandklaffmuschel.
(Foto: K. Ehmke)

Oft gefunden

Eine große, längliche weiße Muschel ist Ihnen sicherlich schon auf dem Strand aufgefallen. Die leeren Schalen sind dort sehr häufig zu finden. Wenn Sie versuchen, zwei passende Schalen zusammenzusetzen werden Sie bemerken, dass gleichwohl ein Spalt offen bleibt. Die Muschel klafft auseinander, daher ihr Name.

Leben im Sand

Als lebende Tiere sind die Muscheln hochkant, Spalt nach oben, im Sand eingegraben, oft viermal tiefer als die Schale lang ist. Der Spalt wird für den “Draht zur Außenwelt” genutzt. Die Muschel schiebt ein langes röhrenartiges Organ heraus, den sogenannten Sipho, der normalerweise bis zur Bodenoberfläche reicht. Der Sipho enthält zwei separate Kanäle, einen für ein- und den anderen für ausströmendes Wasser. Aus dem durchströmenden Wasser filtert die Muschel ihre Nahrung. Wird die Muschel gestört, dann zieht sie den Sipho ruckartig zurück, spritzt noch schnell einen kräftigen Wasserstrahl heraus, und dann fällt der Sand darüber zusammen. Die Muschel ist nun für den vermeintlichen Angreifer verschwunden. Die flach im Sediment eingegrabenen Jungtiere können allerdings mühelos von Fischen und Vögeln ausgegraben werden und sind für diese eine wichtige Nahrung. Die tief im Sediment sitzenden Alttiere sind für hungrige Muschelfeinde jedoch kaum mehr erreichbar.
Sandklaffmuscheln gehören zu den häufigsten im Boden lebenden Tieren der flachen Ostseegewässer. Nicht zuletzt deswegen findet man sie so häufig am Strand.

Kurz und bündig
  • Die Sandklaffmuscheln im Nationalpark sind in der Regel nur halb so groß wie wohlgenährte Individuen in der Nordsee. Der Grund: Das Ostseewasser ist viel salzärmer.
  • Sandklaffmuscheln sind essbar und wurden in den Nordseewatten zeitweise systematisch gesammelt.
  • Kolumbus entdeckte Amerika, die Sandklaffmuschel Europa. Im Mittelalter wanderte die Art von der anderen Seite des Atlantiks bei uns ein.
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