Wirbellose Tiere

Gestreifte Kannibalin:
- Zebraspinne (Argyope bruennichi)

Zebraspinne im Netz
Kopfunter wartet die Zebraspinne auf Beute.
(Foto: T. Polte)

Zickzackfaden im Netz

Wenn Sie ein großes Spinnennetz mit zwei charakteristisch gewobenen senkrechten Zickzackbändern in der Mitte sehen, dann haben Sie einen Lebensraum der Zebraspinne entdeckt. Im Zentrum des Netzes sitzt in der Regel der Erbauer. Die Spinnen sitzen immer kopfunter im Netz und warten regungslos auf Beute. Die besteht überwiegend aus Feldheuschrecken, aber auch alle anderen Insekten, die unvorsichtigerweise am filigranen Netz kleben bleiben, werden verspeist.
Das Netz wird meist in höherer staudiger Vegetation etwa 30 Zentimeter über dem Boden errichtet. Im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft kann man diese Bauwerke vielerorts in nicht oder nur wenig genutzten Staudenfluren mit großen Gras- oder Seggenbulten finden. Die Spinnen besiedeln dabei sowohl feuchte wie trockene Lebensräume, nur heuschreckenreich müssen sie sein.

Ungleiche Partner

Die Weibchen der Zebraspinne sind groß und auffällig wespenähnlich gezeichnet. Allein der Körper (ohne Beine) ist oft 1,5 cm lang. Die Männchen erreichen nur ein Drittel dieser Größe und sind unauffällig fahlbraun gefärbt.
Zur Paarung tastet sich das kleine Männchen vorsichtig an das Weibchen heran. Ein paarungsbereites Weibchen hebt seinen Körper nun vom Netz ab, so dass das Männchen darunter kriechen kann. Nun findet die Paarung statt. Aus Sicht des Weibchens hat das Männchen jetzt seine Schuldigkeit getan. Es wird fortan als Nahrung betrachtet und in der Regel sofort eingesponnen. Nur selten kann das Männchen entkommen, muss dann aber meist zumindest auf eines seiner acht Beine verzichten.

Kurz und bündig
  • Etwa 150 Arten hat die Gattung der Zebraspinnen, aber es gibt nur eine einzige in Mitteleuropa.
  • Fühlt sich die Zebraspinne bedroht, dann versetzt sie ihr Netz in schnelle schwingende Bewegungen. Feinde werden so möglicherweise irritiert.
  • Die Eier werden gut geschützt in einem Kokon abgelegt, in dem die Jungspinnen auch überwintern. Erst im kommenden Frühjahr schlüpfen sie.
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