15 Jahre Nationalpark

Teil 7: Für die Besucher

Einheitliches Erscheinungsbild


Nationalparke sind Ruheräume der Natur. Sie machen aber auch die unberührte Natur den Menschen zugänglich. Seit 1997 gibt es ein gemeinsames Signet für die deutschen Nationalparke. Das Signet besteht aus einem großen “N” und einer stilisierten Weltkugel. Dabei steht “N” für Nationalpark. “N” umschließt die Weltkugel und symbolisiert so die Hauptaufgaben der Nationalparke: Schutz, Geborgenheit, Pflege, aber auch Abgrenzung, Abstand halten, in Ruhe lassen.

Für alle Nationalparke gibt es zudem einen gemeinsamen Slogan: Nationalpark. Das Erbe bewahren. Die Bedeutsamkeit dieser Schutzgebiete ist damit unterstrichen. Die Wiedererkennbarkeit ist gesichert, wenn alle mitmachen. Mecklenburg-Vorpommern macht mit und damit auch der Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft. Ab diesem Jahr werden neu entstehende Besucherleitsysteme dem einheitlichen Erscheinungsbild angepasst.

Höhen und Tiefen

Drei Wächter, deren Arbeitsverträge ausgelaufen waren, haben es geschafft. Auf unterschiedlichen Wegen kommen Herr Gebhardt, Herr Müller und Herr Bussert wieder zurück, nehmen ihre Tätigkeit im Nationalpark wieder auf. Sie schließen damit Lücken auf der Insel Hiddensee und im Bereich Barhöft. Im März 1997 fließt Geld. Im zurückliegenden Jahr hatte sich das Nationalparkamt Vorpommersche Boddenlandschaft am Wettbewerb “Aktion Umweltgroschen” der Europäischen Reiseversicherung AG mit einem Ausstellungskonzept für das zu bauende Nationalparkhaus auf Hiddensee beteiligt. Die Vorlage überzeugte, die Entscheidung fiel zugunsten des Nationalparks an der deutschen Ostseeküste. Anlässlich der Internationalen Tourismusbörse in Berlin übergibt Dr. Angela Merkel dem Leiter des Nationalparkamtes, Siegfried Brosowski, einen symbolischen Reisescheck. Dabei sagt sie u. a.: “Wo die Natur ausgebeutet, Landschaften zerstört … werden, gerät auch die wirtschaftliche Basis des Tourismus in Gefahr. Es gibt deshalb durchaus auch eine Parallelität der Interessen zwischen dem Tourismus und dem Umwelt- und Naturschutz”.

Besuchereinrichtungen werden um- und ausgebaut. Im Februar werden an der Hohen Düne von Pramort ein 200 m langer Holzbohlensteg sowie ein neuer, jetzt über zwei Etagen gehender, Beobachtungsturm eingeweiht. Die Freude darüber währt jedoch nicht lange. In der Hohen Düne tritt Munition aus der Zeit der militärischen Nutzung zutage. Deshalb sperrt das Bundesvermögensamt das Gebiet am 1. Mai. Räumungs- und Renaturierungsarbeiten laufen an. Am Leuchtturm Darßer Ort wird der letzte Abschnitt naturnaher Wanderwege fertiggestellt


Die umfangreichen Arbeiten führen ABM-Kräfte des Barther Qualifizierungs- und Beschäftigungszentrums aus. Durch diese Verlängerung um 330 m erfährt der bereits vorhandene Rundwanderweg seine Vervollkommnung. Der Besucher erlebt jetzt auf dem Rundweg alle Entwicklungsstufen von der Neulandbildung über die Dünenstadien bis hin zum entstandenen Wald. Er geht durch Reffe und überquert Riegen.

In Hohendorf lässt der “Verein zum Schutze und Erhalt des Kranichrastplatzes Rügen-Bockregion” eine 40 m lange Kartoffelhalle zur Kranichbeobachtungsstation umbauen. Eine Beobachtungstribüne und die große Fensterfront gewährleisten den Ausblick, ermöglichen das Beobachten und Fotografieren der Kraniche auf dem gegenüberliegenden Feld. “Erleben ohne zu stören” – ist jetzt auch am Tage möglich.

Internationale Beziehungen werden geknüpft. Im Herbst schließt das Nationalparkamt einen Patenschaftsvertrag mit dem Nationalparkamt Lahemaa ab. Zwischen den Nationalparken gibt es eine Reihe von Gemeinsamkeiten: beide liegen an der Ostsee und sie weisen ähnliche landschaftliche Besonderheiten auf. Die im Nationalpark Lahemaa brütenden Kraniche kräftigen sich in der vorpommerschen Boddenlandschaft vor ihrem Weiterflug in das Winterquartier und bei der Rückkehr in das Brutgebiet.

Zum Ende des Jahres 1997 findet erstmals eine öffentliche Auswertung der Tourismussaison im Nationalpark statt. Mitarbeiter und Touristiker setzen sich an einen Tisch und werten die ablaufende Saison aus. Erfahrungen werden zusammengetragen, daraus Schlussfolgerungen für die weitere Zusammenarbeit abgeleitet und gemeinsam zu bewältigende Aufgaben für das nächste Jahr abgesteckt.

Autor: Dr. H. Konow

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