Lebensräume

Strände

Muschelschalen am Strand
Das Angespül an den Stränden lässt die Vielfalt des Lebens unter Wasser erahnen - und es ist die Grundlage neuen Lebens auf dem Strand.
(Foto: J. Schmiedel)

Strände im Nationalpark

Strände befinden sich im Nationalpark vornehmlich an der Ostseeküste. Boddenseitig gibt es nur kurze und meist sehr schmale Strandabschnitte. Eine Besonderheit ist der Blockstrand unterhalb des Dornbuschs, wo neben kleinerem Geröll auch große Findlinge die Wasserkante markieren.

Ökologie und Lebensgemeinschaften

Der Strand ist ein extremer Lebensraum. Starker Wind, dauernde Sandüberwehung, Salzeintrag und nicht zuletzt eine zeitweise Überflutung mit salzhaltigem Wasser sind Widrigkeiten, denen die Besiedler erst einmal gewachsen sein müssen. Die Tiere und Pflanzen des Strandes sind diesen für die meisten Organismen lebensfeindlichen Bedingungen angepasst und daher oft stark spezialisiert.
Typische Pflanzen der sandigen Strände des Nationalparks sind Meersenf, Salzkraut, Salzmiere und Strand-Quecke. An den geröll- und basenreicheren Strandabschnitten (vornehmlich im Nordteil der Insel Hiddensee) wächst z. B. der Meerkohl. Typisch für den Spülsaumbereich sind einige Gänsefuß- und Meldenarten. Die meisten Pflanzen des Strandes sind sehr kurzlebig. Sie keimen erst im späten Frühjahr, fruchten bereits im Frühherbst und entgehen so den winterlichen Sturmhochwässern, die sie als Samen überdauern.
Der wichtigste Nährstofflieferant für die Pflanzen des Strandes ist das Angespül. Die Entfernung dieses Materials an Badestränden beraubt die Vegetation ihrer wichtigsten Nährstoffquelle. Da an derartigen Stränden immer auch eine starke Trittbelastung hinzukommt, hat die Vegetation kaum noch eine Chance, sich zu entwickeln. Bei den meisten Menschen hat sich das Bild eines Strandes daher als breites, vegetationsloses, feinsandiges Band eingeprägt. Dass die natürliche Situation meistens anders aussieht, kann man an den wenigen Strandbereichen des Nationalparks beobachten, die nicht touristisch genutzt werden.

Naturstrand
Kein romantisches Südseeparadies, sondern einer der wenigen nicht zertretenen Strände im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft. Statt reinem Sand viel Pflanzenwuchs - selten und spezialisiert.
(Foto: Jörg Schmiedel)

Im Strandanwurf lebt eine Vielzahl von kleinen Gliedertieren wie Strandflohkrebse und eine große Zahl kleiner Insekten. Für rastende und brütende Watvögel sind diese eine wichtige Nahrungsquelle.

Strände, die nur der Natur gehören

Strände, die nicht vom Menschen begangen werden, gibt es selbst im Nationalpark keineswegs viele. Derartige Abschnitte finden sich am Darßer Ort, am Ostzingst, am Gellen und am Neuen Bessin.
Diese Strände bieten ein völlig anderes Bild, als wir es von Badestränden her kennen, denn ein natürlicher Strand ist, zumindest in Anlandungsbereichen, zu großen Teilen mit Vegetation bedeckt. Lediglich unterhalb des Spülsaums fehlt Pflanzenwuchs völlig.
Auf dem Strand wachsen immer wieder einzelne Pflanzen, die von den Nährstoffen im Angespül leben. Im rückwärtigen Teil des Strandes ist oft eine dichte Vegetation entwickelt, die einen wichtigen Beitrag zur Strandwall- oder Dünenbildung liefert.
Die verstreut auf dem Strand stehenden Pflanzen bieten auch einen guten Schutz für die auf dem Strand brütenden Vögel, wie Zwergseeschwalben oder Sandregenpfeifer.

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