Lebensräume

Zwergstrauchheiden

Dünenheide
Die Dünenheide auf der Insel Hiddensee.
(Foto: J. Schmiedel)

Küstenheiden

Die Zwergstrauchheiden der deutschen Küstengebiete unterscheiden sich von den Heiden des Binnenlandes in ihrer Pflanzenwelt. Küstenheiden sind vor allem durch ein verstärktes Auftreten der Krähenbeere gekennzeichnet. Außerdem unterliegen sie im allgemeinen einem stärkeren Windeinfluss und damit einer stärkeren Sandüberwehung.
Im Gegensatz zu den Heiden des Binnenlandes sind viele Küstenheiden natürlich entstanden, bedürfen zu ihrer Erhaltung also keiner menschlichen Nutzung oder Pflege. Die größten Küstenheiden des Nationalparks befinden sich am Darßer Ort und auf dem Gellen.
Eine Zwergstrauchheide hat sich auch in der Hiddenseer Dünenheide ausgebildet; ihr Vorkommen ist dort allerdings maßgeblich durch menschliche Nutzungsmuster wie Beweidung und Plaggen bedingt.

Kreuzotter
Kreuzottern sind in allen Zwergstrauchheiden des Nationalparks sehr häufig.
(Foto: Jörg Schmiedel)

Pflanzen- und Tierwelt

Die dominierenden Gefäßpflanzenarten der Zwergstrauchheiden sind – je nach Standort – die Besenheide (Calluna vulgaris) und die Krähenbeere (Empetrum nigrum). Daneben kommen in feuchten Bereichen stellenweise kleine Bestände der Glocken-Heide (Erica tetralix) vor.
Besonders reichhaltig ist die Flechtenflora der Heiden. “Highlights” sind die seltenen Rentierflechten Cetraria ericetorum, C. islandica sowie Stereocaulon paschale und die extrem seltene Schneeflechte Cetraria nivalis.
Sehr bemerkenswert ist auch die Insektenfauna der Heiden. Diese warmen Sandgebiete sind für zahlreiche Bienen und Wespen, wie auch für Schwebfliegen, herausragend wichtige Lebensräume.
Die beiden Schwebfliegen Chamaesyrphus lusitanicus und Spaerophoria batava haben in den Küstenheiden des Nationalparks Vorpommersche Boddenlandschaft ihre einzigen bekannten Vorkommen in Mecklenburg-Vorpommern.
Unter den Reptilien ist besonders die Kreuzotter für die Zwergstrauchheiden des Nationalparks charakteristisch.
Für zahlreiche Vögel sind die Heideflächen Brut- oder Nahrungsraum. Eine häufig zu beobachtende Art ist der Steinschmätzer. Einige Watvögel nutzen die Heideflächen auch als Rastgebiete und ernähren sich von den Früchten der Krähenbeere.

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