15 Jahre Nationalpark

Teil 2: Erstes Logo in Mecklenburg-Vorpommern

Lange ersehnt, nun gab es ihn endlich, den ersten Nationalpark an der deutschen Ostseeküste. Auf großen Eingangsschildern an der Straße stand für jeden sichtbar:

Nationalpark

Vorpommersche

Boddenlandschaft.

Neben dem Namen ist, vielleicht nicht sofort in’s Auge fallend, da zunächst ohne Farbe, ein Zeichen – das Logo dieses Nationalparks – eingraviert.

Ein Logo für den Nationalpark

Wie kam es dazu und was drückt es aus? Die Mitarbeiter der Nationalparkverwaltung standen am Anfang viel Unbekanntem gegenüber, zum Glück standen sie nicht ganz allein. Beratung und Unterstützung kamen von Mitarbeitern des Nationalparkamtes Schleswig-Holsteinisches-Wattenmeer, die eine Art Patenschaft übernommen hatten. Sie sagten: “Schrift ist gut und schön, die Erkennbarkeit aber muss durch ein Logo unterstützt werden.


Das Signet des Nationalparks Vorpommersche Boddenlandschaft

Ein Logo prägt sich viel besser ein.” Das war verständlich, gleich sollte es losgehen. Doch da stieß die noch unerfahrene Verwaltung auf die Bürokratie. Nicht im Haushalt eingeplant, hieß es in Schwerin: “Für so etwas gibt es kein Geld.” Was nun? Der Förderverein “Nationalpark Boddenlandschaft e. V.” sprang nicht nur finanziell ein. Man sprach mit Wolfgang Sohn, einem in Barth ansässigen Künstler. Dieser übernahm die Ausschreibung. Die Wertung der eingegangenen Vorschläge erfolgte durch eine Juri. Den Zuschlag bekam Felix Büttner aus Rostock. Dem Signetentwurf “Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft” liegt ein Blick aus der Vogelperspektive auf das Darßgebiet zugrunde. Es ist eine zeichenhafte aber verhältnismäßig realistische Wiedergabe dieses Landschaftsteilgebietes, ein Bildsymbol. Im Unterbewusstsein vermittelt das Signet eine räumliche Darstellung: links das Ostseewasser, in der Mitte der geschwungene Landstreifen, rechts das Boddengewässer. Außerdem wird im ganzen der Buchstabe “B” wie Boddenlandschaft vermittelt. Bei der Farbvariante vermittelt die Ausfüllung der Flächen “blau/grün” zusätzlich Natur und Ruhe und hat eine ästhetische Wirkung. Später, nach vielem Hin und Her, erwarb das Land die Rechte für dieses erste Logo in M-V.

Auf Hiddensee geht’s voran


Schilderwald
(Foto: B. Blase)

Ein Nationalparkbüro auf Hiddensee gibt es schon seit 1. Juni 1991. Der Mitarbeiter, der auf Hiddensee Nationalparkgeschichte schreiben wird, tritt seinen Dienst auch bald an. Am 1. Juli zieht Bernd Blase in das Büro in Vitte ein. Von seinem Vorgänger übernimmt er zwei Aktenordner, zwei Ferngläser, ein Spektiv, einen Schreibtisch und Stuhl. Die Gemeinde stellt ihm sieben über ABM Tätige zur Seite. Nun kann es richtig losgehen auf der Insel. Noch im selben Jahr wird das “Weiße Haus”, ein Ferienbungalow der Volksarmee auf dem Dornbusch durch die ABM-Kräfte und unter Mithilfe der Gemeinde abgerissen. Am 16. Januar 1992 findet auf Hiddensee eine Beratung mit Vertretern der Nationalparkverwaltung, der Gemeinde, des Landes M-V und des StAUN statt. Diskutiert wird die mögliche Nutzung des Fertigteilhauses des StAUN in Vitte als Nationalparkhaus. Kein Erfolg. Das Haus soll der Lagerung von gefüllten Sandsäcken und als Urlauberunterkunft dienen. Ganz anders geht ein Ortstermin im Armeegelände auf dem Dornbusch aus. Das Umweltministerium übernimmt das Objekt und genehmigt dessen Abriss. Die Bundeswehr selbst packt mit zu. Ein Pionierbataillon aus Lübeck rückt an und nimmt im Rahmen einer Übung den Abriss vor. Die Kosten für zusätzliche Verpflegung sowie die für den Schrottabtransport übernimmt das 1991 gegründete Nationalparkamt des Landes M-V mit Sitz in Speck bei Waren. Die Mitarbeiter der Nationalparkverwaltung haben inzwischen andere Aufgaben in Angriff genommen. Sie schildern Wege aus und halten, wenn gewünscht, Vorträge. Im Sommer 1993 hat der Nationalpark seine ersten beiden Praktikanten auf der Insel. Eine Unterkunft wird vom StAUN gestellt. Die Praktikanten halten Vorträge und bieten Führungen an. Angekündigt wird über Aushänge, die sich allein schon durch ihre Form – von oben nach unter schräg verlaufend – sowie das Signet des Nationalparks von anderen abheben.

Autor: Dr. H. Konow

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