15 Jahre Nationalpark

Teil 8: "Was lange währt, wird gut",

an dieses Sprichwort erinnert Gino Leonhard, Bürgermeister der Inselgemeinde Hiddensee, in seiner Rede anlässlich der Eröffnung des Nationalparkhauses.

In der Tat, von der Idee, auf Hiddensee eine Außenstelle zu schaffen, bis zur Fertigstellung des Hauses zogen acht Jahre ins Land. Ein zu nutzendes Gebäude galt es zu suchen, ein passendes Grundstück; Genehmigungen mussten eingeholt werden.

Am 20. August 1991 schien am Norderende von Vitte ein geeignetes “Info-Haus” gefunden zu sein. Ein weiteres Jahr war verstrichen, als sich Vertreter des Umweltministeriums des Landes M-V, des Staatlichen Amtes für Umwelt und Natur Stralsund und der Nationalparkverwaltung darauf einigten, das vorhandene Haus auf dem Grundstück des StAUN abzureißen und durch einen Neubau zu ersetzen. Ein Bebauungsplan wurde eingereicht. Da kam ein neues Angebot. Ein Haus in Kloster sei zu nutzen. Keine Zustimmung, man blieb beim ersten.


Grundsteinlegung
(Foto: B. Blase)

Im Mai 1993 wird an das Umweltministerium ein Bauantrag für einen Neubau gestellt. Noch im Dezember stimmt die Gemeindevertretung dem Bau eines Nationalparkhauses am Norderende, 20 m vom Deichfuß landeinwärts, zu. Auch stellt sie das angrenzende Grundstück zur Verfügung. Der überarbeitete Bauantrag wird bestätigt, der vorgelegte Erbbaurechtsvertrag aber nicht – neue Anträge, neue Überlegungen. Sommer 1995: die Liegenschaft wird an das Nationalparkamt übergeben, Bauunterlagen werden eingereicht – sie werden abgelehnt.

Anfang 1996 fällt die Entscheidung für den Neubau auf vorgelagertem Standort.

Wieder: Treffen vor Ort, Antragstellung, Beratung zu möglichem Flächentausch, Kostenschätzung, Antrag an den Geldgeber, die EU-Kommission, zur Verlängerung des Vertragszeitraumes.

Am 24. Juni 1997 wird nach erfolgter Ausschreibung der Zuschlag für den Bau erteilt, am 7. Juli ist Grundsteinlegung – zwei Tage später Baustopp. Es fehlen Unterlagen, sie werden nachgereicht. Im Oktober wird die Richtkrone aufgesetzt.


Das Nationalparkhaus
(Foto: H. Sporns)

Endphase 1998: Im April ist bautechnische Übergabe, am 6. und 7. Mai baut SigNatur die vorbereitete Ausstellung auf und am 27. Mai ist es soweit. Unter Teilnahme von Landespolitikern, Vertretern von Ämtern und vielen Besuchern wird das Nationalparkhaus Hiddensee feierlich eröffnet. Ein lang gehegter Wunsch ist Wirklichkeit geworden. Urlauber aus Potsdam schreiben ins Besucherbuch: “Als langjährige Inselbesucher begrüßen wir die Eröffnung dieses Hauses sehr. Hier kann man ohne große Mühe viel über den Naturschutz erfahren. Herzlichen Dank den Initiatoren. Weiter solche tollen Ideen!”

In den nächsten Jahren wird die obere Etage ausgebaut, Büroräume und Praktikantenunterkünfte entstehen. Das Außengelände wird planiert und ein Lehrpfad angelegt. In der Ausstellung gibt es Ergänzungen. Im Nationalparkhaus wird demnächst der 200 000. Besucher erwartet.

Autor: Dr. H. Konow

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