15 Jahre Nationalpark

Teil 12: Unterstützung

Wollte man die Ereignisse des Jahres 2002 mit wenigen Stichworten beschreiben, hießen diese:
Auswertung, Voliere, Brand, Wiederaufbau, Besucherströme, Information.

Im September des Vorjahres rief das Nationalparkamt zu einem Fotowettbewerb auf. Gesucht wurden im Bild festgehaltene Herbstimpressionen aus dem gesamten Nationalpark. 68 Fotos zum Thema „Herbstzeit – Zugzeit“ gingen bis zum Einsendeschluss in Born ein. Die Auswertung erfolgt durch eine Jury, der eine Vertreterin des Hauptsponsors, je ein Vertreter des Nationalparkamtes und der Darßer Arche sowie ein Grafikdesigner und ein freischaffender Künstler, der gleichzeitig Vertreter des Fördervereins ist, angehören. Das Siegerfoto „Hafen Vitte/Hiddensee, herbstlicher Sonnenuntergang“ wird Titelfoto der Nationalpark-Info. Die Fotos werden in der Darßer Arche ausgestellt, ab September in der Barther Filiale der Sparkasse Vorpommern.

Mit dem Ausbau einer begehbaren Voliere für Vögel des Nationalparks steigert der Vogelpark Marlow seine Attraktivität. Geld kam von Einzelpersonen und Firmen der Region, die symbolisch Parzellen kauften. Ein Nationalparkteam unterstützte bei der Gestaltung. Im März wird die 4.680 qm große begehbare Voliere eröffnet.
Vögel, Landschaft, selbst Schutzhütten spiegeln das natürliche Vorbild wider.


Abgebrannte Info-Hütte am Deich westlich von Zingst
(Foto: Nationalparkamt)

Einen Tag vor Ostern steigen nachts Rauchwolken auf. Nahe Zingst brennt eine Aussichtshütte.
Diese Beobachtungseinrichtung am Radwanderweg wurde von Besuchern besonders gut angenommen. Ließ sich doch
von hier aus die Vogelwelt auf dem Bodden und auf der Insel Kirr live erleben. Im Schutz der Hütte konnte man auch den Kranichzug beobachten. Übrig bleiben verkohlte Pfosten.
Aufgeben ist nicht. Die Kur- und Tourismus GmbH des Ostseeheilbades Zingst und das Nationalparkamt setzen alles daran, den Turm bis zur nächsten Kranichsaison wieder aufzubauen. Geld muss her, 35.000 €. Einheimische und Gäste folgen dem Spendenaufruf. Einen Großteil der Kosten übernimmt das Land. Ihnen allen
und der kurzfristigen Bauausführung durch einen Prerower Baubetrieb ist es zu verdanken, dass bereits im September Richtfest ist. Das Dach deckt eine Zingster Firma. Jetzt gibt es im Nationalpark wieder 16 Beobachtungseinrichtungen, von denen aus Naturfreunde die Natur genießen und sie gleichzeitig schützen können.


Neue Tafeln am Alten Bessin
(Foto: H.Konow)

Aufklärung tut Not

Der Nationalpark entwickelt sich mehr und mehr zu einem Tourismusmagneten. Kamen 1992 etwa 1,6 Mio Besucher, waren es 1998 bereits 2,6 Mio. Am Ende dieses Jahres werden es 2,8 Mio sein. Besonders frequentiert sind Darßer Ort, Pramort und die Insel Hiddensee. Nicht nur, aber gerade in diesen Bereichen, spielt Aufklärung eine besondere Rolle.
140.000 Besucher im Natureum bedeuten mindestens 300.000 Besucher am Darßer Ort. In Pramort heißt es zur Zeit des herbstlichen Kranichzuges langsam aufzupassen, dass durch die hohen Besucheraufkommen nicht die Kraniche verprellt werden. Hiddensee registriert mehr Tagestouristen und auch mehr Übernachtungsgäste als in den Vorjahren.

Nachdem 2001 unansehnlich gewordene hölzerne Nationalpark-Informationstafeln an den drei Hiddenseer Häfen durch neue farbige Tafeln ersetzt worden waren, treffen im April weitere Tafeln auf der Insel ein für den Dornbusch, den Alten Bessin und Gellen. Sie sind nicht nur Ersatz für bisherige Tafeln, nein, sie haben durch Einsatz von Karten- und Bildmaterial viel stärkere Aussagekraft.


Was zeichnet Kraniche aus? Wie spielt sich ihr Familienleben ab? Warum und seit wann rasten diese imposanten Großvögel bei uns? Wo kann man sie beobachten? Auf diese und mehr Fragen gibt ein neues Faltblatt Antwort. Das Faltblatt „Kraniche im Nationalpark“ kommt im Herbst heraus, fast zeitgleich mit dem Ankommen der Kraniche in der Region.


Schüler umlagern den Stand des Nationalparks
(Foto: H.Götze)

Im November präsentieren sich alle 13 Nationalparke Deutschlands auf dem Berliner Reisemarkt. Der Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft betreibt gemeinsam mit dem Tourismusverband Fischland-Darß-Zingst einen Messestand. Viele Besucher kommen, stellen Fragen, Gespräche entwickeln sich.
Schulen nutzen die Gelegenheit Projekte zum Thema Nationalpark in Angriff zu nehmen. Schüler gehen interessiert von Stand zu Stand.

Autor: Dr. H. Konow

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