Barfuß in den grünen Bodden

Alles Blau im Nationalpark? Mit dieser Frage munterte der Meeresbiologie Dr. Maximilian Berthold die Besucher des Nationalparkabends auf und stellte verständlich klar, dass die „Trendfarbe“ der Boddengewässer des Nationalpark eindeutig grün ist. Entscheidenden Anteil daran haben Grünalgen, die eigentlich Bakterien sind. Sie gedeihen durch enorme Nährstofffrachten aus den umliegenden Feldern und Flüssen, die nach wie vor die Gewässer belasten.


Wie die gesamte Nahrungskette bis hin zu den Hechtpopulationen sich in Laufe der Jahrzehnte verändert hat, wie am Ende alles zusammenhängt und ob es Möglichkeiten einer Umkehr zurück zum klaren Wasser geben kann, interessierte die Zuhörer brennend.
Auch die ökologischen Risiken eines Durchstichs, insbesondere für die Wasserqualität der Ostsee konnte der junge Referent nachvollziehbar darstellen. Der graue Boddenschlamm wurde ins rechte Licht gerückt, da er mehr Phosphate speichert als er freigibt und zugleich eine wertvolle Samenbank für Wasserpflanzen ist. Damit steht auch der Nutzen einer Boddensanierung durch Schlammentnahme nicht nur ökonomisch sondern auch ökologisch in Frage. Viele weitere Fragen erreichten das Podium mit dem Meeresbiologen, dem Amtsleiter Gernot Haffner und dem Naturfotografen Jürgen Reich.



Josephine Scheeler, umringt von kleinen und großen neugierigen MeerWildnis-Forschern

Ganz praktisch dem quirligen Leben im Bodden auf den Grund gegangen sind zuvor Familien mit der FÖJlerin Josephine Scheele. Hier wurde gekeschert und gestaunt, gerätselt und nachgeforscht, was alles ins Netz ging. Augen zu und als Raupe barfuß über den Strand krabbeln gehörte ebenso zum MeerWildnis Programm für Familien. Wer es ganz genau wissen wollte folgte der größeren Wandertour mit Ranger Lutz Storm, der Pflanzen und Tiere der Boddenufer wie seine Westentasche kennt.
Am späteren Abend wurde draußen vor der Darßer Arche kräftig eingeheizt, mit einem Lagerfeuer und mitreißenden Oldies, gespielt und gesungen von den Ready Teddies. Am Grill vom Gut Darß sorgte das Team des Partnerbetriebes für das leibliche Wohl.


Boddenufer in Wieck – alles grün und voller Leben. Auch wenn es nicht so aussieht, die trüben Bodden sind gutes Badewasser und können im Frühjahr sogar Trinkwasserqualität (bezogen auf den Nitratgehalt) haben, hat Meeresbiologe Maximilian Berthold bestätigt.
Fotos: A. Beil

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