Nationalparkwald wird unter die Lupe genommen


Am 19.06.2018 trafen sich Forstexperten im Nationalparkamt in Born, um den Ablauf der nächsten Waldinventur abzustimmen. Im Rahmen eines großflächigen Monitorings wird der Zustand aller Waldflächen, im Nationalpark sind es mehr als 6000 ha, erfasst und detailliert beschrieben. Gleichzeitig erfolgt die Bewertung aller Lebensraumtypen und Artenhabitate in den Waldflächen der Natura 2000-Gebiete (GGB: Gebiete von gemeinschaftlicher Bedeutung, ehemals FFH-Gebiete).

Das Expertenteam begab sich zum Auftakt der Waldinventur auf Rundreise durch die Nationalparkwälder. Foto: A. Beil

Für alle Europäischen Schutzgebiete ist eine regelmäßige Zustandsüberwachung notwendig und verpflichtend – als Grundlage für ihren dauerhaften Schutz. Verantwortlich für die Durchführung der Erhebungen ist die Landesforstanstalt M-V.

Großflächige Waldinverturen erfolgen in allen Wäldern des Landes in der Regel im Abstand von 10 Jahren. Sie sind ein Teil der Forsteinrichung. Auf Grundlage dieser Inventur und der Ziele des Forstbetriebes werden im Wirtschaftswald die Maßnahmen zur Holzernte und Waldverjüngung geplant. Im Nationalpark entfällt dieser zweite Teil des Forsteinrichtungswerkes, da wirtschaftsbestimmte Nutzung per Verordnung ausgeschlossen und die Waldumbaumaßnahmen grundsätzlich abgeschlossen sind. Dafür ist im Nationalpark die Inventur, also das genaue Hinsehen, wie sich die großflächig naturbelassenen Wälder verändern, umso wichtiger. Erkenntnisse aus diesen Prozessen dienen sowohl dem Naturschutz, der Klima- und Ökosystemforschung als auch den nutzenden Forstleuten.


Walddynamik am Langseer Weg. Die Natur hat hier kräftig umgebaut. Welche Baumarten und wie viele wachsen hier? Wie viel Totholz? Diese und viele weitere Fragen sollen mit der anstehenden Inventur beantwortet werden.

Foto: Lutz Storm

Die Planung von Maßnahmen im Nationalparkwald erfolgt nur ausnahmsweise und ohne wirtschaftliche Ziele, in Bereichen, die als Pflegezone ausgewiesen wurden (etwa 400 Hektar, das entspricht 7% der Waldfläche). Dabei geht es um die Einrichtung von Korridoren an öffentlichen Verkehrswegen, bebauten Grundstücken und Parkplätzen, in denen die Pflicht zur Verkehrssicherung regelmäßiges Eingreifen erfordert. Außerdem können zum Erhalt des Küstenschutzwaldes Maßnahmen notwendig werden. Nördlich der Ortslage Born liegt mit rund 300 ha die größte Fläche der Pflegezone. Hier unterliegen die Waldbestände nicht dem Ziel des Prozessschutzes. Anfallendes Holz dient auch der Deckung des Eigenbedarfes des Nationalparkamtes zum Bau und zur Unterhaltung von Besuchereinrichtungen und in geringen Mengen der ortsnahen Bereitstellung von Brennholz.

In diesem Jahr beginnen die Vorbereitungen der Waldinventur mit der Erstellung der Kartengrundlagen. In den Jahren 2019 und 2020 sind die Forstingenieure im Gebiet unterwegs und führen die Außenaufnahmen durch. 2021 sollen die Ergebnisse vorliegen.

Der Vergleich mit den Erhebungen aus den Jahren 1995 und 2007 wird dann umfangreiche Rückschlüsse auf die Entwicklung des Nationalparkwaldes ermöglichen.

Nationalparkamt Vorpommern

« Zurück zur Übersicht

© 2018 Nationalparkamt Vorpommern - Impressum