Spontaner Küstenputz nach Sturmflut –

Gemeinden, Kurbetriebe und Nationalparkamt

starten gemeinsame Initiative

Das Sturmhochwasser gleich zu Beginn des neuen Jahres hat nicht nur die Strände neu dekoriert und im Nationalpark einmal mehr für Meereswildnis gesorgt, sondern auch erhebliche Mengen Müll angespült.


Folgen der Sturmflut – teilweise wurde das Ufer um einige Meter abgetragen.
Foto: K. Haase

Insbesondere am Weststrand hat sich im Bereich des Spülsaumes und des Waldrandes viel angesammelt, was nicht in die Natur gehört. Damit sich dieser Müll nicht bis weit ins Schutzgebiet hinein verteilt, griff das Nationalparkamt die Initiative der Gemeinde Prerow auf. Kurzfristig wird zu einer Müllsammelaktion im Bereich des Weststrandes aufgerufen. Neben den Prerowern waren auch die Bürgermeister und Kurbetriebe der Orte Wieck, Born und Ahrenshoop sofort bereit, die gemeinsame Aktion zu unterstützen.

Der gemeinsame Küstenputz beginnt am 11. Januar um 12.30 Uhr.
Alle, die mitmachen wollen, sind herzlich eingeladen!

Treffpunkte:
Jugendherberge Ibenhorst oder
Parkplatz am Bernsteinweg in Prerow.


Zahlreiche ehrenamtliche Helfer sind jedes Jahr an den Stränden des Nationalparks im Einsatz.
Foto: K. Bärwald

Die Sammeltrupps werden vor Ort eingeteilt und zu den Strandabschnitten transportiert. Anschließend, gegen 14.30 Uhr, lädt der Kurbetrieb Prerow alle Helfer zu einer heißen Suppe in der Jugendherberge Born / Ibenhorst ein.

Mit dem Tief Zeetje am 2. Januar schlugen auch an den Stränden des Nationalparks Vorpommersche Boddenlandschaft die Wellen hoch. Stellenweise wurde das Ufer um einige Meter abgetragen. Nicht nur Sandmassen und Bäume gerieten massiv in Bewegung.


Küste in Bewegung – das Tief Zeetje gab der wilden Küste des Weststrandes ein neues Gesicht und hat den Müllergraben am Heidensee überschwemmt.
Fotos: K. Haase (links) und K. Bärwald (rechts)

Von Seeseite spülten die Wellen große Mengen Müll an den Strand und teilweise bis tief in Wälder und Strandseen hinein. Die Kurbetriebe der Gemeinden und das Nationalparkamt haben spontan reagiert und wollen gemeinsam den Meeresmüll beräumen. Mit vereinter Kraft wird der Transport der Helfer und der Abtransport der Müllmengen organisiert.


Außergewöhnliche Müllfunde am Weststrand
Foto: K. Bärwald

Der Küstenputz steht im Nationalpark und der Region alljährlich auf der Tagesordnung.
Jeweils zum Saisonbeginn, vor Ostern, werden seit vielen Jahren die Nationalparkstrände gemeinsam beräumt. In diesem Zusammenhang wurde mit verschiedenen Aktionen zum Thema Meere ohne Plastik informiert und aufgeklärt. Etwa 100 Helfer trugen an den Küstenputztagen der Vorjahre jeweils rund 100 Säcke mit Müll zusammen. Die Freiwilligen reisten teilweise von weither an, um dabei zu sein. In der Region unterstützen die Rettungsschwimmer der DLRG, Jäger, Junior Ranger, die Kurbetriebe, der Förderverein des Nationalparks und das Meeresbürger-Netzwerk.
Dabei sorgte auch der eine oder andere kuriose Fund für Aufheiterung oder Erinnerung, zum Beispiel an Produkte aus der DDR-Zeit – vom Mückenspray bis zur Fischdose. Als besonders mühsam erwies sich jedoch immer wieder das Einsammeln von winzigen Styroporteilchen und kleinesten Teilen von Plastikverpackungen.


Angespülte Styroporteilchen und Plastikverpackung
Foto: K. Bärwald

Je kleiner die Kunststoffteilchen sind, umso gravierender ist ihre Wirkung. Winzige Partikel wandern stetig über Kleinstorganismen in die Nahrungskette, bis hin zum Menschen. So gut wie jeder Seevogel wird in den kommenden 35 Jahre Plastikteile fressen. Manche Kunststoffteile nehmen Schadstoffe auf und gelangen so über die Plastikteile mit in die Nahrungskette. Mehrere Millionen Tonnen Plastik gelangen jährlich in die Weltmeere! Rund 300 Millionen Tonnen Plastik werden weltweit jährlich hergestellt.

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