Spontane Küstenputzaktion –

Minister Backhaus hilft beim Müllsammeln

und spricht Klartext zum Thema Meeresmüll

Bei einer spontanen Küstenputzaktion am vergangenen Freitag hat Minister Backhaus gemeinsam mit 130 ehrenamtlichen Helfern, Nationalpark- und Gemeindevertretern angespülten Meeresmüll an der Westküste gesammelt. Etwa 400 kg Plastik-, Verpackungs- und Sperrmüll kamen dabei zusammen. Für eine Überraschung sorgte der Fund einer Flaschenpost mit Neujahrswünschen. Anschließend ging es zu einer gemeinsamen Abschlussrunde in die Jugendherberge Born. Der Kurbetrieb Prerow hat die Versorgung der Helfer mit heißer Erbsensuppe und Würstchen organisiert. Der Minister hat klare Worte zum Thema Meeresmüll gesprochen.

Foto links: S. Macke
Nationalparkleiter Gernot Haffner und Minister Backhaus sammelten Meeresmüll aus strandnahen Wäldern
Foto rechts: D. Meichsner
Bunte Mischung bei den Freiwilligen: Mitglieder der DLRG und des Fördervereins, Kurbetriebe, Nationalpark- und Gemeindevertreter und ihre Familienmitglieder, Helfer von nah und fern

Bei der Aktion ging es nicht nur um den Anblick sauberer Strände, sondern auch darum, das Thema Meeresmüll einmal mehr in das Bewusstsein der Menschen zu bringen. Das Sturmhochwasser Anfang des Jahres hat das Problem auf die Nationalparkküsten und uns direkt vor die Füße gespült. Der Großteil davon ist Müll aus Plastik. Die Gemeinden Prerow, Wieck, Born, Ahrenshoop, die Kurverwaltungen und das Nationalparkamt haben mit der gemeinsamen Aufräumaktion Ihre Geschlossenheit in Sachen Meeresschutz demonstriert.


Foto: S. Macke
Gemeinsame Auswertungsrunde in der Jugendherberge Born
Von links nach rechts: Gernot Haffner (Amtsleiter Nationalpark), René Rohloff (Bürgermeister Prerow), Ingo Reichelt (stellvertretende Bürgermeister Zingst), Bernhard Evers (Bürgermeister Wieck), Dr. Till Backhaus (Landwirtschafts- und Umweltminister MV), Gerd Scharmberg (Bürgermeister Born), Hans Götze (Bürgermeister Ahrenshoop), Dr. Andreas Röpke (Referatsleiter für Gewässer- und Meeresschutz im Umweltministerium)

„Plastikmüll ist nicht nur ein Problem der großen Weltmeere, sondern auch der verhältnismäßig kleinen Ostsee“, sagte Minister Backhaus bei einer gemeinsamen Gesprächsrunde mit den Gemeindevertretern und dem Amtsleiter des Nationalparkamtes direkt nach dem Einsatz. „Der Anteil von Kunststoff am Meeresmüll an den Stränden Mecklenburg-Vorpommerns beträgt etwa 70 Prozent. Der Müll ist nicht nur eine Gefahr für Seevögel, Fische und andere Meerestiere, die eines qualvollen Todes sterben, wenn sie Plastikteile mit ihrer natürlichen Nahrung verwechseln oder sich im Müll verheddern“, erklärte der Minister. Zu befürchten sei ebenso, dass sich aus den darin enthaltenen Umweltgiften Gefahren für die menschliche Nahrung ergeben. „Nur etwa 30 Prozent Meeresmüll entsteht auf See, der Großteil kommt vom Land, zu 40 Prozent falle er bei der Freizeitnutzung unserer Strände an.“, so Backhaus. Der Landwirtschaftsminister stützt sich dabei auf die Forschungsergebnisse des Landesamtes für Umwelt, Naturschutz und Geologie (LUNG-MV).

Foto: S. Macke
Statistik der Müllfunde an der Ostsee: 30 Prozent sind Plastikteile, die noch nicht in Mikroplastik zerfallen sind. 9,3 Prozent Zigarettenstummel, dicht gefolgt von Deckeln, Verschlüssen und Süßigkeitenverpackungen.

Durch Sonne und Wellen mürbe gewordenes Plastik zerfällt in immer kleinere Teile, das so genannte Mirkoplastik. Aber auch einige Kosmetika und Reinigungsmittel können kleine Kügelchen aus Kunststoff enthalten, die durch das Abwasser in unsere Meere gelangen. Kleine Plastikpartikel stehen im Verdacht toxisch zu sein, da sie oft Flammenschutzmittel und Weichmacher enthalten. Darüber hinaus binden einige im Meer treibende Plastiksorten die Schadstoffe wie ein Magnet an sich, warnt das LUNG.

Foto: K. Bärwald
Ergebnisse des Spülsaummonitorings: Am Strand von Zingst wurde mit 7 Müllteilen pro 100 m die geringste Mülldichte festgestellt. Im Vergleich dazu wurden am Strand von Mukran auf Rügen 404 Müllteile pro 100 m gezählt.

Im Jahr 2008 wurde die Überwachung und Verringerung des Meeresmülls durch die EU-Meeresstrategie-Rahmenlinien gesetzlich festgelegt. Seit vier Jahren macht auch das Nationalparkamt beim landesweiten Spülsaummonitoring mit. Mit dem Verfahren wird die Menge und Zusammensetzung des angespülten Mülls mittels einer vierteljährlichen Aufsammlung, Zählung und Identifizierung erfasst. Die Daten werden von LUNG M-V in einer zentralen Datenback gesammelt und ausgewertet, die Monitoring-Ergebnisse den Behörden und der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt.

Weitergehende Informationen zum Thema Meeresmüll und Unterstützungsaktionen finden Sie unter:
www.meeresmüll.de
www.meeresschutz.info

Traditionell organisiert das Nationalparkamt jedes Jahr am Samstag vor dem Osterwochenende einen Küstenputzeinsatz. In diesem Jahr am 13.4. – dann sind wieder Alle herzlich willkommen.


Born, 17.01.2019

© 2019 Nationalparkamt Vorpommern - Impressum