Im Einsatz für die Hiddenseer Heide

Mitten im Herzen der autofreien Insel Hiddensee liegt die größte zusammenhängende Küstendünenheide der deutschen Ostseeküste. Sie ist geprägt durch das gemäßigte Ostseeklima, welches durch seinen Salzeintrag und seine Windanrisse immer wieder neue und seltene Lebensräume hervorbringt. Die Hiddenseer Dünenheide lebt von einem Wechsel aus höheren Dünenzügen und feuchteren Dünentälern. Diese sind durchsetzt mit Roh- und Offenbodenstellen, welche besonders wertvolle Refugien für spezialisierte Tiere und Pflanzen darstellen.

Wenn Bergwald auf die Heide trifft….

Veränderte Natur- und Nutzungsbedingungen gefährden diese einmalige Heidelandschaft in ihrem Bestand. Sowohl die Reduktion der natürlichen Dynamik als auch die aufgegebene Weide- und Ackernutzung sind hierfür ursächlich. Ohne die ehemalige mosaikartige Bewirtschaftung der Flächen, dringen immer mehr Bäume und Sträucher in die Heide vor. Eine Möglichkeit, den typischen offenen Charakter der Heide zu erhalten, besteht in der Nachahmung früherer Nutzungsformen.

Hier setzen im Februar und März 2020 das Nationalparkamt Vorpommern, das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt Vorpommern sowie der Landkreis Vorpommern-Rügen gemeinsam mit dem Bergwaldprojekt e.V. an. Insgesamt 90 Freiwillige aus ganz Deutschland wirken 3 Wochen lang maßgeblich an dem Erhalt der Hiddenseer Dünenheide mit. Standortfremde Gehölze und Verjüngung werden entnommen sowie Vergrasungs- und Verbuschungsflächen bearbeitet. Dieses geschieht auf Grund des empfindlichen Reliefs überwiegend in Handarbeit.


Der Bergwaldprojekt e.V. organisiert seit 1991 Freiwilligeneinsätze, um Naturschutz aktiv in die Fläche zu bringen. An vielen der deutschlandweit etwa 50 Projektorten ist der Verein in langjähriger Kooperation tätig. Ziel ist es, die Teilnehmenden durch die praktische Arbeit und das eigene Erleben, für die Themen Natur als Lebensgrundlage, nachhaltige Lebensweise und Suffizienz zu sensibilisieren. Unter fachkundiger Anleitung erfahren sie dabei nicht nur etwas über die Hintergründe der Arbeiten und die Entstehungsgeschichte der Lebensräume in denen sie arbeiten, sondern lernen auch, dass aktiver Naturschutz körperlich sehr anstrengend ist. Seit 2019 engagiert sich der gemeinnützige Verein Bergwaldprojekt e.V. für den Erhalt der inseltypischen einzigartigen Dünenheide auf Hiddensee.

Diese Flächen stehen bereits seit 1954 über die Ausweisung als Landschaftschutzgebiet, seit 1967 als Naturschutzgebiet und teilweise seit 1990 als Nationalparkbestandteil unter Naturschutz. Zahlreiche Wanderwege führen durch diese beeindruckende Heidelandschaft und lassen sowohl Einblicke in eine längst verschwundene landwirtschaftliche Nutzung als auch auf moderne Pflegeverfahren und angewandte Forschung zu.

  • Die Südliche Dünenheide im Nationalpark „Vorpommersche Boddenlandschaft“:

Besonders stark tritt das charakteristische Relief der Hiddenseer Dünenheide im Bereich der „Südlichen Dünenheide“ auf. Die über Jahrhunderte anhaltende teilweise intensive Nutzung der Heide als Brenn- und Baumateriallieferant sowie als Weidefläche führte zu offenen Sandflächen, welche zu Dünen aufgeweht wurden.
Weitere Informationen finden Sie in unserem „Dünenflyer“, der Ihnen hier zum Download zur Verfügung steht.

  • Die Nördliche Dünenheide im Naturschutzgebiet „Dünenheide Hiddensee“:

Nicht minder abwechslungsreich gestaltet sich die „Nördliche Dünenheide“, an deren nördlicher Spitze sich eine wertvolle Dünenkette entwickelt hat, welche durch Wind- und Sturmereignisse ständig umgelagert wird.

  • Die Dünenheide im Landschaftsschutzgebiet „Insel Hiddensee“:

Als schmaler Streifen zwischen der Anfang der 20er Jahre begonnen Sommerhausbebauung umfasst auch das Landschaftsschutzgebiet „Insel Hiddensee“ einen kleinen Teil der Dünenheide als Trittsteinbiotop zwischen der „Nördlichen und der Südlichen Dünenheide“.

Was kann ich tun?

Wenn auch Sie etwas zum Erhalt der Hiddenseer Dünenheide beitragen möchten, können Sie:

  • An Pflegeeinsätzen in der Dünenheide mitwirken.
  • Die Hiddenseer Dünenheide sauber halten.
  • Die Arbeit des Nationalparkamtes unterstützen.
  • Die Arbeit des Heidevereins oder des Bergwaldprojektvereins unterstützen.

Wenn Sie als Besucher in der Dünenheide unterwegs sind, bleiben Sie in allen Schutzgebieten auf den Wegen, um das strukturreiche Relief und die empfindliche Flechten- und Moosvegetation der Dünenheide nicht zu schädigen. Hunde dürfen mitkommen, müssen aber zum Schutz der Brut- und Rastvögel sowie zahlreicher anderer Arten angeleint bleiben.

Wo finde ich weitere Informationen?

Fragen zum Bergwaldprojekt können Sie direkt an das Nationalparkamt Vorpommern richten oder bei den öffentlichen Vortragsveranstaltungen z.B. am 05.02.2020, 16:00 Uhr im Nationalparkhaus in Vitte an die Projektverantwortlichen herantragen.

Nationalparkamt Vorpommern,
15.01.2020

Foto: C. Wolff

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