Kranichbeobachtung mit Einschränkungen

Der Kranichzug beginnt und das faszinierende Spektakel am Morgen- und Abendhimmel wird auch in diesem Jahr zahlreiche Naturfreunde in seinen Bann ziehen. Allerdings müssen auch hier Abstandsregeln eingehalten werden, nicht nur zu den Tieren, um sie ohne Störung zu beobachten. Auch der Schutz vor der Corona-Pandemie schränkt die Beobachtungsmöglichkeiten, insbesondere auf den Aussichtsplattformen, ein.

Beobachtung morgens und abends auf der Halbinsel Zingst

1. Hier ist die Kranichbeobachtung ohne Anmeldung, mit Wahrung der üblichen Mindestabstände möglich:

Zingst, boddenseitig mit Blick auf die Insel Kirr,
morgens und abends, Beobachtungsplattformen auf dem Boddendeich westlich und östlich der Ortslage. Zusätzliche Informationen rund um den Kranich gibt es am Kranichinfomobil gegenüber der Tankstelle Zingst (am westlichen Ortsrand) täglich bis zum Sonnenuntergang, geöffnet:
18.09. – 06.10. ab 16:00 Uhr
07.10. – 23.10. ab 15:00 Uhr

2. Hier ist die Beobachtung mit Nationalpark-Card möglich:


Beobachten ohne zu Stören, damit es den Tieren gut geht und viel Naturfreunde das Schauspiel erleben können.
Foto: Luzia Zust

Beobachtung an den Schlafplätzen am Pramort, von der Beobachtungsplattform aus, sind abends möglich. Die Plattform ist am besten mit dem Fahrrad, auf dem Deichradweg erreichbar.
Der Zutritt zum Pramort, ab Deichbeginn an der Info Sundische Wiese,
ist vom 31.08. – 01.11. von 15:00 Uhr bis zum Ende des Kranicheinfluges,
nur mit der Nationalpark-Card möglich.
In diesem Jahr werden zum Schutz vor der Covid-19-Pandemie nur 13 Beobachtungsplätze verkauft. Ein Beobachtungsplatz / eine Nationalpark-Card gilt für max. 2 Erwachsende und max. 2 Kinder (bis 12 Jahre) aus einer Familie oder einem Haushalt. Der Verkauf erfolgt über das Kurhaus Zingst.
Der Kranicheinflug wird durch die Nationalparkranger begleitet.
Der Rastplatz ist danach bis morgens gesperrt!
Am Tage, zwischen 8:00 und 15:00, dürfen Besucher den Weg zwischen der Info Sundische Wiese und Pramort / Hohe Düne und auch den Rundwanderweg an der Hohen Düne nutzen.
Außerhalb dieser Zeiten und ohne Nationalpark-Card bleibt das Naturgebiet gesperrt und gehört allein den Tieren, besonders den Kranichen, die in dieser Zeit dringend Ruhe brauchen, um gut ausgeschlafen die Weiterreise in die Winterquartiere antreten zu können.

Beobachtung am Tage auf dem Festland

Von der Beobachtungsplattform an der Ablenkfütterung am Kranorama am Günzer See können die Kraniche hervorragend am Tage beobachtet werden.
Alle Informationen zum Aufenthalt der Kraniche gibt es im NABU-Kranichzentrum Groß Mohrdorf (09:30 Uhr bis 17:30 Uhr geöffnet).
Auch Buchung von Fotohütten ist über das NABU-Kranichzentrum möglich: 01.10. – 31.10. (85 € pro Tag als Spende für die Fütterung). Aufgrund der Covid-19-Pandemie kann es Änderungen geben, bitte immer aktuell unter www.kraniche.de Infomieren.
Auf das Betreten von Äsungsflächen, der abgeernteten Felder, oder andere Störungen der Kraniche sollte jeder Naturfreund unbedingt verzichten. Die Vögel brauchen viel Ruhe zum Auftanken für die lange Weiterreise.
Mit ausreichend Abstand und ohne Lärm gelingt das Beobachten ohne zu stören und haben sowohl die Kraniche als auch die anderen Besucher eine gute Rastzeit in der wunderbaren Boddenlandschaft.

Born, 01.09.2020

Hintergrund

Steckbrief des Kranichs (Wissenschaftlicher Name: Grus grus) Foto: K. H. Schröter


  • Größe: 1,25 m (ausgewachsen)
  • Flügelspannweite: 2,2 m
  • Gewicht: 4 – 7 kg
  • Höchstalter: 15-25 Jahre (in freier Wildbahn)
  • Fluggeschwindigkeit: bis zu 60 km/h
  • Nahrung: „Allesfresser“ -> Getreide, Mais, Kartoffeln, Rüben, Eicheln, Schnecken, Würmer, Insekten, Mäuse, Frösche, kleine Amphibien
  • Brutpaare in Europa: 130.000 | 9.000 davon in Deutschland | ca. 4.250 in M-V
  • Brutplätze: Kraniche sind Bodenbrüter -> in Mooren und Bruchwäldern mit ausreichendem Wasserstand
  • Brutbeginn: März bis Anfang April
  • Gelege: in der Regel 2 Eier | beide Partner brüten ca. 30 – 31 Tage

Rastzeiten

  • Frühjahr: vor allem in der 2. Märzhälfte -> 5.000 – 8.000 Kraniche
  • Herbst: Mitte September bis Ende Oktober -> bis zu 70.000 Kraniche
  • Von Mecklenburg-Vorpommern aus fliegen die Kraniche weiter nach Niedersachsen und Frankreich -> Ziel: Überwinterung in Spanien oder Nordafrika

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