Hafenterrasse nun Infopunkt

Bei bestem Sommerwetter weihte Umweltminister Dr. Till Backhaus die Terrasse des Inselhafens in Prerow feierlich als neue Ausstellungsplattform ein. Die acht neuen Tafeln informieren zum Nationalpark, zum Inselhafen, zur Gefährdung der Ostsee und zur Vogelwelt.

Besucher stehen vor den neuen Nationalpark-Informationstafeln auf der Terrasse des Inselhafens Prerow mit Blick über die Ostsee © Linda Sturm
Besucher auf der Hafenterrasse betrachten die neuen Informationstafeln nach der Einweihung

Neue Nationalpark-Info dort, wo Natur erlebbar wird: Im Rahmen des 2. Seebrücken- und Inselhafenfestes in Prerow wurde die Hafenterrasse als neuer Informationspunkt des Nationalparks Vorpommersche Boddenlandschaft durch Dr. Till Backhaus, Minister für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt, eingeweiht.
 

Die neu installierten acht Thementafeln stießen bei den Besucherinnen und Besuchern umgehend auf großes Interesse. „Sie greifen genau die Fragen und Themen auf, die an diesem besonderen Ort unmittelbar erlebbar sind und die die Menschen bewegen“, erklärt Nationalparkamtsleiter Gernot Haffner: den Darßer Ort und die Kernzone des Nationalparks, der Inselhafen und seine Geschichte, die Ostsee mit ihren aktuellen Herausforderungen, ziehende und rastende Küstenvögel sowie den Panoramablick von der Plattform aus.
 

Gerade auf der Inselhafenterrasse bietet sich dafür ein besonderer Ort: Die Besucher befinden sich weit draußen in der Ostsee und erhalten gleichzeitig einen Blick auf zentrale Bereiche des Schutzgebietes.

Von der Terrasse reicht der Blick unter anderem zum Darßer Ort mit seiner Kernzone und dem renaturierten Ottosee. Wo einst der Nothafen lag, hat die Natur inzwischen wieder Raum erhalten. Gleichzeitig eröffnet sich der Blick auf die Seebrücke und den Inselhafen sowie weit hinaus auf die Ostsee. Bei guter Sicht ist sogar die Insel Hiddensee und die dänische Kreideküste von Møn zu erkennen.
 

Meeresschutz rückt in den Mittelpunkt

Die neue Ausstellung lenkt den Blick aber nicht nur auf die landschaftlichen Besonderheiten. Sie macht auch deutlich, dass der Nationalpark zu einem großen Teil aus Meer besteht: Ostsee, Bodden und Windwatt umfassen rund 83 Prozent des Schutzgebietes.

Damit ist die Hafenterrasse auch ein Ort, an dem über die aktuellen Gefährdungen für die Ostsee aufgeklärt wird. Steigende Meerestemperaturen infolge des Klimawandels und Nährstoffeinträge setzen dem Ökosystem zu. Gleichzeitig ist die Boddenlandschaft eine international bedeutsame Drehscheibe des Vogelzugs und bietet zahlreichen Küstenvögeln wichtige Rast- und Lebensräume.

„500.000 Vögel passieren auf ihrer Flugroute jährlich dieses Gebiet, das macht eine Milliarde Überflüge im Jahr,“ betonte Minister Backhaus und lenkte den Fokus auch auf die Bedeutung des Schutzgebietes für die Vogelwelt. Zwei Tafeln widmen sich dem Thema, nebst Information wie jede und jeder Vogelliebhaber zum Monitoring beitragen kann.

Auch die Nationalparkgrenze ist nun vor Ort deutlich sichtbar. Eine entsprechende Markierung auf der Seebrücke weist darauf hin, dass Besucherinnen und Besucher sich hier im Nationalpark befinden. Die neue Informationsterrasse knüpft daran an und verbindet Naturerlebnis, Information und den Hinweis auf einen rücksichtsvollen Umgang mit dem Schutzgebiet.

Neuer Treffpunkt für Information und Naturerlebnis

Dass die neue Terrasse bereits bei ihrer Einweihung auf so großes Interesse stieß, zeigt, wie gut Information und Besuchererlebnis an diesem Ort zusammenpassen. Die Inhalte der Tafeln wurden unter anderem auf Grundlage der Fragen entwickelt, die während der ersten Hafensaison immer wieder von Gästen gestellt wurden.

So entstand ein Informationspunkt, der nicht nur Wissen vermittelt, sondern Besucherinnen und Besucher genau dort erreicht, wo sie Natur, Meer und Nationalpark unmittelbar vor Augen haben.
 

Mit der neuen Inselhafenterrasse verfügt der Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft damit über einen weiteren besonderen Ort für Umweltinformation und Bildung – mitten im touristischen Geschehen und zugleich mit weitem Blick auf das Schutzgebiet.
 

Die stabilen Halterungen aus V4A Stahl fertigte ein ortsansässiges Unternehmen. Für Rollstuhlfahrer wird unterhalb der Treppe noch eine weitere zusammenfassende Tafel angebracht mit QR-Code zu den Inhalten. 

Der Ausbau touristischer Infrastruktur geht weiter

Bei der feierlichen Eröffnung des 2. Seebrücken- und Inselhafenfestes übergab die Ministerpräsidentin einen Fördergeldbescheid zur Modernisierung des Weißdünenwegs an Nationalparkamtsleiter Gernot Haffner. Das Projekt „Weißdünenweg“ ist das letzte große Wegemodernisierungsprojekt des Nationalparkamtes im Bereich des Darßwaldes. Der Weg ist Teil des touristischen Wegenetzes des Nationalparks Vorpommersche Boddenlandschaft und erschließt den Hauptzugang zum Ottosee und zum Natureum Darßer Ort. Damit gehört der Weißdünenweg zu den von Wanderern und Radfahrern meist benutzten Trassen im Darßwald.
 

Auf 1.500 m soll der Weißdünenweg entsiegelt und auf seiner vorhandenen Breite von 3 m mit einer 14 cm starken, hydraulisch gebundenen Tragdeckschicht (HGTD) überbaut werden. Die vorhandenen Betonplatten werden gefräst und als Unterbau genutzt. Für den Begegnungsverkehr werden 7 vorhandene Ausweichstellen in gleicher Bauart hergerichtet.

Im Zeitraum von 2018 bis 2024 wurden insgesamt rund 34 km Rad- und Fußwanderwege über ELER mit einem Fördervolumen von 1,88 Mio. € im Bereich Darß-Zingst modernisiert. Mit Haushaltsmitteln des Nationalparkamtes Vorpommern wurden 2023 bis 2025 insgesamt 15,6 km Rad- und Fußwanderwege modernisiert.
 

Zusätzlich werden nach und nach die alten Informationstafeln im Schutzgebiet ersetzt und neue Informationspunkte errichtet. Ziel ist es, dass die Information für Besucher über das Schutzgebiet mehr und mehr genau dort stattfindet, wo Fragen auftauchen zu Naturphänomenen, zu Managementvorhaben, Gefahren und immer wichtiger: dass die Menschen genau an der Stelle an das Einhalten von Regeln erinnert werden, wo es am nötigsten ist.
 

Seit Oktober 2025 stehen beispielsweise die erneuerten Tafeln am Parkplatz Drei Eichen mit Wissenswertem zum Nationalpark allgemein und der Natur vor Ort wie die Dünenlandschaft im Besonderen. Oder auch die Infoausstellung im neuen Aussichtsturm Müggenburg Zingst: Hier erfahren die Gäste Interessantes zu den vor ihnen liegenden Vogelschutzinseln und schützenswerten Habitaten wie die Salzgraswiesen. Weitere Standorte folgen und bilden so nach und nach ein weites Informationsnetz, das unmittelbar am Gast wirkt. 

Impressionen zum 2. Seebrücken- und Inselhafenfest gibt es auf der Website des Inselhafens Prerow.