Forschung und Monitoring im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft

Von der Natur lernen

Ein buntes Mosaik der Lebensräunme kennzeichnet den Nationalpark. Veränderungen sind Programm und zugleich Voraussetzung für eine bleibende Vielfalt. Manche Naturprozesse können nur hier ungestört und auf großer Fläche ablaufen. Abläufe, die allein die Natur steuert, liefern Erkenntnisse für viele Fragen, zum Beispiel zur nachhaltigen Nutzung der Landschaft, zum Umgang mit dem Klimawandel, zum Erhalt gefährdeter Arten und Lebensräume. Deshalb ist es so wichtig, diese Entwicklung zu dokumentieren. Forschung und Monitoring gehören zu den Kernaufgaben in einem Nationalpark.

Ostsee © J. Reich
Schwerpunkt Meeresforschung in der Ostsee
Schwerpunkt Meeresforschung in der Ostsee
Wald mit alten Buchen © J. Reich
Im Rahmen des Waldmonitorings werden im 10-jährigen Turnus Beobachtungsflächen untersucht.
Im Rahmen des Waldmonitorings werden im 10-jährigen Turnus Beobachtungsflächen untersucht.
Luftaufnahme mit Inseln und Sandflächen © P. Prast
Die Dynamik der Küste kennzeichnet den Nationalpark und wird fortlaufend dokumentiert.
Die Dynamik der Küste kennzeichnet den Nationalpark und wird fortlaufend dokumentiert.
Gruppe Limikolen am Strand © K. Haase
Bei der regelmäßigen Erfassung der Vogelbestände helfen ehrenamtliche Ornithologen.
Bei der regelmäßigen Erfassung der Vogelbestände helfen ehrenamtliche Ornithologen.

Ziele der Forschung

Nationalparke dienen als Referenzflächen für verschiedene Fragestellungen. Die Forschung zeigt, wie sich Natur und Landschaft ohne Nutzung entwickeln und ob Managementmaßnahmen zum Ziel führen. Die Entwicklung von Ökosystemen oder deren Regeneration verläuft in langen Zeiträumen. Deshalb müssen auch Untersuchungen langfristig angelegt werden.

Auch alle wissenschaftlichen Aktivitäten werden dem Schutzziel des Nationalparks untergeordnet. Um Störungen durch praktische Forschungsarbeiten vor Ort zu minimieren und als Leitfaden der Forschung im Nationalpark, wurde ein Forschungskonzept erarbeitet. Dieses regelt im Detail, welche Forschungsarbeiten stattfinden dürfen. Wer ein Forschungsprojekt im Nationalpark plant, sollte frühzeitig Kontakt zur Nationalparkverwaltung aufnehmen. Forschungsvorhaben Dritter bedürfen einer Zulassung und Abstimmung durch die Nationalparkverwaltung.

Forschungskonzept (Dateigröße: 1,4 MB)

Anlageband zum Forschungskonzept (Dateigröße: 1,0 MB)

Wer forscht im Nationalpark?

Das Nationalparkamt beauftragt Inventarisierungen oder Forschungsarbeiten in kleinerem Rahmen. Der Hauptteil der Forschung im Nationalpark wird im Rahmen größerer nationaler Forschungsprojekte oder in Form von Abschlussarbeiten durch Universitäten und Fachhochschulen durchgeführt. Einzelne dauerhafte Monitoringvorhaben führt das Nationalparkamt, soweit möglich, in Eigenregie durch.

Was wird untersucht?

Im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft werden Forschungsaktivitäten zu drei Schwerpunktthemen durchgeführt, die eng mit der Zielstellung und der Entwicklung des Nationalparks zusammenhängen:

  • Küsten (-dynamik, -vögel, -überflutungsmoore)

  • Ostsee/Bodden

  • Wald

 

Wie wird untersucht?

Dabei werden vier unterschiedliche Methoden angewendet, die sich in Teilen überlagern können:

Im Zuge der Bestandsaufnahme (Inventur) wird systematisch der Aufbau der natürlichen und naturnahen Lebensgemeinschaften im Nationalpark erkundet. Hierzu werden Pflanzen, Flechten, Pilze und Tiere erfasst sowie Gewässer, Böden, Wald und Offenland kartiert.

Im Rahmen der Zustandsüberwachung werden zur Erfüllung der Berichtspflichten aus den Natura-2000-Richtlinien in regelmäßigen Abständen speziell ausgewiesene Lebensraumtypen und FFH-Anhangarten dokumentiert und bewertet.

Die dauerhafte Umweltbeobachtung (Monitoring) ermöglicht die Beschreibung der Entwicklung von Lebensgemeinschaften über lange Zeiträume. Dabei stehen insbesondere die küstendynamischen Prozesse und deren Auswirkungen auf Fauna und Flora im Fokus. Durch stetige Anlandung von Sedimenten entlang der Küste entsteht neuer Lebensraum für Pionier- und Offenlandarten. Durch Abtrag und Sukzession wird andernorts unwiederbringlich ein Lebensraum in einen anderen überführt. Der Dokumentation dieser Vorgänge sowie der daran gebundenen Arten wird im Bereich der Umweltbeobachtung ein besonderes Augenmerk beigemessen. Hydrologische Erfassungen ergänzen die gewonnenen Daten. Mittels des sozioökonomischen Monitorings wird die Wirkung des Nationalparks auf den Menschen und die regionale Wirtschaft beschrieben.

Erfolgskontrolle

Über die Erfolgskontrolle kann das Nationalparkamt die Wirkung von Maßnahmen zur Verbesserung oder Entwicklung von Lebensräumen, wie zum Beispiel die Beweidung von Salzgrasland oder Heideflächen, bewerten und im Bedarfsfall Anpassungen des Managements vornehmen.

Ansprechpartnerin

Leiterin Sachgebiet Forschung und Monitoring
Stephanie Puffpaff

Mail s.puffpaff(at)npa-vp.mvnet.de 
Tel. 038392 35011-15 oder 0173 2472707