Steckbrief des Nationalparks Vorpommersche Boddenlandschaft

Der drittgößte Nationalpak Deutschlands ist ein Ostsee-Nationalpark

Er umfasst 786 km², also 78.600 ha. Die Ost-West-Ausdehnung der Inselkette in der Ostsee, vom Darß bis zur Halbinsel Bug auf Rügen, beträgt etwa 60 km. Ostsee und Boddengewässer, die Lagunen der Ostsee, machen über 80 % des Nationalparks aus.

Anteil der Landschaftstypen im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft
Anteil der Landschaftstypen im Nationalpark
Landschaft in Bewegung: Sandhaken formen die junge Insellandschaft © Peter Prast
Landschaft in Bewegung

Bewegte Landschaft

Ungebremste Energie von Wind und Wellen tragen die Küsten ab, transportieren Sandfrachten und lagern sie anderen Orts an. Daraus entstehen Windwatten, Sandhaken und schließlich ein Mosaik aus Dünen, Strandseen und Sümpfen. Die dynamische Entwicklung der Küsten-Landschaft ist ein Markenzeichen des Nationalparks.

3 Sandregenpfeifer am Ostseestrand im Nationalpark Boddenlandschaft © Klaus Haase

Natur-Reich

Veränderung ist Programm in den typischen Lebensräumen Ostsee, Windwatt, Heide, Moor und Wald. Große und kleine Tierarten, vom Rothirsch bis zum blauen Moorfrosch, finden hier exklusive Lebensräume und das auf großer Fläche.

Gefiederte Bewohner und Gäste rasten zu Tausenden. Das Spektakel der Kraniche durchzieht alljährlich den Herbst und lockt immer mehr Naturliebhaber. Im Winter eilen kleine Knutts über den Strand, nicht die einzigen Wintergäste aus der Arktis. Weite Schilfgürtel lassen den Übergang zwischen Wasser und Land nur erahnen. Hier erstreckt sich das Reich von Rohrdommel und Rohrweihe.

Hering, Hornhecht und Co. nutzen die flachen Boddengewässer als Kinderstuben.

Buchen im Kiefernwald © K. Bärwald
Vom Kiefern- zum Buchenwald

Von der Düne zum Wald

Kiefern keimen im Dünensand und bereiten den Weg für urige Buchenwälder. In den Sümpfen zwischen den Dünen wachsen ausgedehnte Erlenwälder. Besonders in den Dünen und Mooren ist eine besondere Pflanzenwelt zu Hause.

Die Schutzzonen des Nationalparks

 

Kernzone (Zone1)

Sie umfasst die wertvollsten Wildnisgebiete, in denen die natürliche Entwicklung Vorrang hat. Hier gilt striktes Wegegebot.

Entwicklungszonen (Zone2)

Hier wird durch gezielte Maßnahmen, Schritt für Schritt der Weg zu mehr Wildnis bereitet.

Pflegezonen

Besonders seltene Landschaftstypen, wie zum Beispiel Salzgraswiesen und Heiden, werden auf ausgewählten Flächen beweidet, um die dort typische Tier- und Pflanzenwelt zu erhalten. Der Anteil der Pflegezonen in Nationalparks darf etwa 1/4 der Fläche betragen.

Mehr zu den Schutzzonen:

die Lage der Schutzzonen auf unserer interaktiven Karte

in der Nationalparkverordnung

im Nationalparkplan